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Buß- und Bettag 2017 - Apostel Schorr besucht alle drei Hertener Gemeinden

 

Herten-Mitte. Kein gewöhnlicher Mittwochabendgottesdienst in Herten: Nicht nur, dass alle drei Gemeinden der neuapostolischen Kirche auf dem Stadtgebiet von Herten an einem Ort zusammen waren … es galt auch, einen traditionellen Feiertag, den sogenannten Buß- und Bettag, zu begehen. Nach evangerlischer Tradition wird bereits seit den Notzeiten an verschiedensten Tagen und sodann seit Ende des 19. Jahrhunderts ein allgemeiner Buß- und Bettag am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, begangen. Nicht verschwiegen werden darf natürlich auch, dass alle drei Gemeinden von Veränderungen im Kreis Ihrer ehrenamtlichen Geistlichen betroffen wurden.

Hörer und Täter des Wortes

Grundlage des Gottesdienstes  waren einige Verse aus dem Brief des Jakobus (Jakobus 1, 22,24).

"Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst. Denn wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Mann, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschaut; denn nachdem er sich beschaut hat, geht er davon und vergisst von Stund an, wie er aussah."

Es handelt sich dabei wohl um einige der markantesten Sätze aus dem Jakobusbrief.

Die Auswahl dieser Gedanken als Grundlage für den Gottesdienst kam nicht von ungefähr: Apostel Schorr stellte heraus, dass der Buß- und Bettag ein geeigneter Gedenktag sei, um einmal eine Innenschau bzw. eine Bestandsaufnahme seiner selbst vorzunehmen.

 

Augenmerk den Leidtragenden

Ein zusätzöiches Augenmerk wurde  neben der Entfaltung dieses Kerngedankens denjenigen gewidmet, die unter einem besonderen Leid und tiefen Sorgen einhergehen müssen.

Ihnen trug Apostel Schorr einen Gedanken aus dem ersten Korintherbrief (erster Korinther 10, aus Vers 13 an):

"Aber Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr`s ertragen könnt.“

 

Veränderungen

Wie oben bereits erwähnt, erhielt der Gottesdienst ein besonderes Gepräge durch die in diesem vollzogenen Veränderungen im Kreis der ehrenamtlichen Seelsorger.

Ein Priester und drei Diakone wurden in den altersbedingten Ruhestand versetzt. Zugleich wurde ein Priester für die Gemeinde Herten-Westerholt damit beauftragt, allgemeiner Vertreter des Gemeindevorstehers zu sein.

 

Neue Beauftragung

Priester Kai-Uwe Komor aus der Gemeinde Herten-Westerholt wurde vor den Verabschiedungen in den Ruhestand zunächst damit beauftragt, die allgemeine Stellvertretung des Gemeinde Vorstehers Frank Beran wahrzunehmen.

Karl-Uwe Komor, Jahrgang 1962 und gebürtiger Gelsenkirchener, war bereits im ehemaligen Kirchenbezirk Gelsenkirchen in verantwortlicher Position mit der Leitung einer Gemeinde beauftragt und betritt somit mit seinen neuen Aufgaben kein Neuland. Er wird Frank Beran, Vorsteher einer der größten Gemeinden im Bezirk Recklinghausen, fortan mit Rat und Tat in der Leitung der Gemeinde unterstützen.

 

Verabschiedungen in den Ruhestand

Mit etwas Wehmut in den Augen wurden sodann vier Amtsträger in den altersbedingten Ruhestand gesetzt. Apostel Schorr betonte dabei, dass die Summe der Amtsjahre wohl so etwas wie einen Rekord darstellen würde: Alle vier kommen zusammen auf 145 Jahre  ehrenamtlich ausgeübter kirchlicher Tätigkeit. Sie haben damit jeweils mehr als die Hälfte ihres Lebens Zeit eingesetzt, um für die neupostolische Kirche tätig zu sein.

Die Gemeinde Herten-Scherlebeck muss fortan aufgrund dieser Ruhesetzung zunächst  auf einen Priester und einen Diakon verzichten.

Priester Bernhard Steinberg ist ab sofort Ruheständler. In seiner zurückliegenden aktiven Zeit war er sowohl als Konfirmandenlehrer, als Öffentlichkeitsbeauftragter und auch als mit  MDV-Beauftragter tätig. Natürlich wird er der Gemeinde vor allem als Priester in der Wortverkündigung und der Seelsorge fehlen.

Diakon Gerhard Dzielak, ebenfalls aus der Gemeinde Herten-Scherlebeck, wurde zeitgleich in den Ruhestand versetzt.  Er war viele Jahre in der Jugendarbeit für die Gemeinde tätig.

Aus der Gemeinde Herten-Westerholt wurde sodann auch Diakon Hans-Werner Oenning aus Altersgründen in den Ruhestand verabschiedet. Dieser war viele Jahre in der Gemeinde Gelsenkirchen-Hassel tätig, und betreute dort vor allem die Öffentlichkeitsarbeit. Nach der Schließung der Gemeinde Gelsenkirchen-Hassel wechselte er sodann zur Gemeinde Herten-Westerholt, in der die Amtstätigkeit nach vielen Jahren ausklang.

Letztlich wurde auch aus der gastgebenden Gemeinde Herten-Mitte ein sogenanntes „Urgestein" in den Ruhestand versetzt: Günter Heine, bereits seit Oktober 1989 Diakon, erreichte ebenfalls die Altersgrenze und darf sich nunmehr in einen etwas geruhsameren Winkel der Gemeindearbeit zurückziehen. Ihm sei es besonders gegönnt, da er  stets durch seine besondere Aktivität und Schaffenskraft bei handwerklichen Arbeiten glänzen konnte.

Allen Ruheständlern sei die nun eingetretene ruhigere Lebensphase in der kirchlichen Arbeit von Herzen gegönnt.

Dem neuen stellvertretenden Leiter der Gemeinde Herten-Westerholt sei von dieser Stelle aus eine besonders glückliche Hand in der Zusammenarbeit mit dem Gemeindevorsteher, aber auch mit den Mitgliedern der Gemeinde gewünscht.

 

 

22. November 2017
Text: Andreas Hebestreit
Fotos: Andreas Hebestreit

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