Freude und Wehmut in der Kirche am Marler Jahnstadion: Bezirksältester Eduard Nieland feierte am 18. Februar mit der Jugend des Bezirks den letzten von ihm gehaltenen Jugendgottesdienst.
Eigentlich ein Sonntag wie gemalt: Buchstäblich scheint die Sonne, das Kirchenschiff ist gefüllt, der Jugendchor voll besetzt und auch musikalisch gut drauf, eine junge, fröhliche Gemeinde freut sich auf den Gottesdienst mit dem Bezirksältesten. Er wird im Mai in den Ruhestand treten, das wussten wohl viele der Gottesdienstteilnehmer. Als dann während des Gottesdienstes klar wird, dass es doch schon der letzte Jugendgottesdienst ist, den er selbst halten würde, bekommt der Gottesdienst auch ein wehmütiges Gepräge. Eine Gemeinschaft mit gemischter Gefühlslage also – im Nachgang betrachtet ein symbolischer Einstieg in das Thema des Gottesdienstes: Es gibt immer mehrere Sichtweisen. Was zählt, ist der Blick auf das Wesentliche.
Die Grundlage der Predigt bildete das Bibelwort „Ich sage euch aber: Hier ist Größeres als der Tempel.“ (Vers 6 aus dem 12. Kapitel des Matthäusevangeliums).
Nachdem Jesu Jünger gesetzeswidrig den Sabbat missachtet hatten und dafür von den Pharisäern angegangen worden waren, machte Jesus den Pharisäern klar, dass der Wille Gottes sich nicht in Willkür sondern im Doppelgebot der Liebe Gott und dem Nächsten gegenüber ausdrückt.
Für uns bedeute das heute, so der Bezirksälteste, immer mehr als das eigene Interesse und unsere evtl. nur oberflächliche Meinung über den Nächsten in unser Handeln mit einzubeziehen. Ein erster Eindruck könne nur einmal gewonnen werden und bestimme dann erstmal das Denken über den Nächsten oder eine Situation. Gerade dann sei es wichtig, sich auch Gedanken über die „andere Seite der Medaille“ und „den Rand, der beide Seiten zusammenhält“ zu machen, um eine solide Entscheidungsbasis zu schaffen, die nicht nur auf Sympathie oder Antipathie begründet ist. Besonders im zunehmenden Umgang mit schnelllebigen sozialen Medien wie Facebook etc. sei dies eine große Herausforderung, der wir uns als bekennende Christen stellen sollten.
Der Bezirksjugendbeauftrage Priester Sören Linke und Evangelist Falko Schröder ergänzten die Predigt des Bezirksältesten.
Nach Sündenvergebung, der gemeinsamen Feier des Heiligen Abendmahls, das der Bezirksälteste selbst mit austeilte, und Schlusssegen verabschiedete sich der Bezirksälteste in seiner typischen Art von der Jugend: Mit seiner Gitarre und Gesang. Im Duett mit Priester René Pläster trug er das Lied „Herr, wohin sonst sollten wir gehen?“ vor. Das Lied beantwortet diese Frage mit dem Wert der vielfältigen Gaben Gottes. Indem das in der Predigt immer wieder erwähnte „Wesentliche“ auf berührende musikalische Art und Weise dargestellt wurde, fand der Gottesdienst eine gelungene Abrundung.
Beim Verabschieden war die durch viele gemeinsame Aktionen, Jugendfahrten, Gottesdienste und andere Begegnungen gewachsene Herzlichkeit und Liebe zwischen der Jugend und „ihrem Eduard“ deutlich spürbar – auch hier schöne Beispiele für das, worauf es ankommt!
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