Recklinghausen-Nord. Genau vor drei Wochen wurde Stefan Pöschel in einem denkwürdigen Gottesdienst in Oberhausen zum Apostel ordiniert und übernahm den Arbeitsbereich von Apostel Walter Schorr, der mit der Weitergabe des Staffelstabes in den altersbedingten Ruhestand trat. Erstmalig hielt er nun mit dem neuen Amtsauftrag - er leitete zuvor den Bezirk Dortmund als Bezirksvorsteher - einen Gottesdienst im Bezirk Recklinghausen. Der "Antrittsbesuch" fand in Begleitung von Bischof Peter Johanning in der Gemeinde Recklinghausen-Nord statt.
"Gott ist da!"
Dort erwartete ihn eine durchaus neugierige, freundlich zugewandte Gemeinde, die spürbar gespannt war, wie "der Neue" wohl tickt.
"Gott ist da, Gott ist nah, Gott zeigt sein Gesicht!" war die erste Kernbotschaft, die, initiiert durch einen Vortrag des Gemeindechores aus dem Chorbuch Nr. 344 ("Singt ein Lied von Gott!") mit genau diesen Aussagen deutlich in die Gemeinde gepflanzt wurde.
Willkommenskultur und offene Tür
Dem dann folgenden Gottesdienst lag als roter Faden sodann ein Bibelzitat aus der Offenbarung des Johannes zugrunde:
"Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, die niemand zuschließen kann; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet."
(Offenbarung 3,8)
Die Pflege einer Willkommenskultur in der Gemeinde fand in der entfalteten Predigt nachdrückliche Betonung - ebenso der Hinweis, dass eine von Gott geöffnete Tür hin zu ihm niemand zuschließen könne.
... auch für das Wort
Bischof Peter Johanning, für einen ergänzenden Predigtteil an den Altar gerufen, bat zudem darum, dass in Anlehnung an den Brief des Apostels Paulus an die Kolosser für eine offene für das Wort Gottes gebetet werden möge:
"Betet zugleich auch für uns, auf dass Gott uns eine Tür für das Wort auftue [...]"
(aus Kolosser 4,3)
"Gott hat keine Vorurteile!" lautete zudem eine seiner überzeugenden Feststellungen.
Sakramentale Handlungen
Wie in einem jeden Gottesdienst der Neuapostolischen Kirche üblich, wurde natürlich auch am heutigen Sonntag das Sakrament des Heiligen Abendmahls gespendet. Zuvor durfte die Gemeinde sich jedoch darüber freuen, dass zwei Kleinkinder das Sakrament der Heiligen Versiegelung, der Inempfangnahme der Gabe Heiligen Geistes, vermittelt wurde. Der Gottesdienst endete so dann mit Gebet und Schlusssegen.
Verabschiedung
Nach dem Gottesdienst ließ es sich Apostel Pöschel nicht nehmen, sich von allen Anwesenden persönlich zu verabschieden. Zuvor gab es allerdings noch eine musikalische Überraschung: Statt des Gemeindechores trug Eduard Nieland, langjähriger Bezirksvorsteher in Recklinghausen und seit einigen Monaten im Ruhestand, ein von ihm selbst komponiertes Lied mit dem Titel "Mut tut gut" vor, das er anlässlich des Internationalen Jugendtages in Düsseldorf für einen Workshop entwickelte. Wie nicht anders zu erwarten, begleitete er sich natürlich auf seiner Wandergitarre. Der Text wurde zuvor an die Gemeinde verteilt, so dass der Refrain mitgesungen werden konnte.
Im Anschluss daran gab Apostel Pöschel den teilweise auch anwesenden Bezirksämtern sowie einigen Vorstehern und den Amtsträgern der Gemeinde Gelegenheit, sich bei einer guten Tasse Kaffee in einer Vorstellungsrunde und persönlichen Gesprächen etwas näher kennen zu lernen.
Abschließend notiert:
Stefan Pöschel, 51 Jahre alt, verheiratet und Vater einer Tochter und eines Sohnes, ist in Lünen zuhause und beruflich in verantwortlicher Position bei einem interkommunalen Entsorgungsunternehmen in Ostwestfalen tätig. Dass die dortige Region auch zu seinem kirchlichen Arbeitsfeld gehört, wird zumindest unter der Woche für Synnergieeffekte sorgen können - was gut ist, denn der Arbeitsbereich ist groß, wie hier zu erkennen ist. Als weiterer Bischof steht ihm neben Peter Johanning noch Michael Eberle unterstützend zur Seite.
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