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Jugendgottesdienst im stürmischen Februar

 

Am Sonntag, dem 20.02.2022, besuchten viele Jugendliche den Jugendgottesdienst trotz des stürmischen Wetters in Haltern am See. Den Gottesdienst hielt der stellvertretende Bezirksvorsteher Kai-Uwe Komor.

Das Wort zum Jugendgottesdienst war aus Matthäus 6, 21: "Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz."

 

Nach einem einleitenden Instrumentalstück am Klavier sprach der Dienstleiter kurz über den Komponisten Christian Fürchtegott Gellert. Was den stellvertretenden Bezirksvorsteher dabei sehr berührt hätte, wären die Lieder und Texte, die er geschrieben habe, und dass er sich trotz seiner relativen Armut sehr mit Gott beschäftigt habe. Komor sprach auch davon, dass es in der Vorbereitung auf den Gottesdienst sehr stürmisch gewesen sei, und übertrug es sinnbildlich auf die Herzen einiger, in denen es womöglich auch noch stürmisch sein könnte. Jesus aber könne den Sturm im Herzen stillen. Der Dienstleiter appellierte, dass sich der Sturm im Herzen im Gottesdienst legen solle. Anschließend kehrte er auf den Komponisten Gellert zurück und erwähnte, dass dieser sich viel mit den Gestirnen beschäftigt habe. Er mutmaßte, es sei der Vater gewesen, der Gellert den Sternenhimmel gezeigt habe und schlussfolgerte daraus, dass man manchmal die Eltern oder einen Freund benötige, der einen an die Hand nähme und führe, um Dinge zu erkennen, die einem vorher nicht so klar geworden wären. Dabei zeichnete Komor auch das Bild von den Menschen, die in den Bergen leben, aber die Schönheit ihrer Heimat gar nicht mehr zu würdigen wüssten und gar übersehen würden. Darüber hinaus sprach er auch von Stellenwerten im Leben, die sich seit der Kindheit mit Sicherheit verschoben hätten. Er begründete dies mit der Herzenseinstellung und warf die Frage auf, sich selbst zu reflektieren, was im Herzen stünde. Der Dienstleiter sprach davon, dass es im Herzen Dinge gäbe, die man nicht loslassen könne, dass man daran förmlich kleben würde. Aus der Bergpredigt zitierte er Jesus, dass man zuerst nach dem Reich Gottes trachten solle, und betonte ergänzend, dass man nicht ausschließlich, sondern zuerst danach streben solle. Der stellvertretende Bezirksvorsteher sprach dabei auch vom Prioritäten setzen und den Fokus ausrichten. Er meinte, wenn Jesus hier wäre, würde er einen umarmen und sagen, man könne sein Leben gestalten, wie man möchte, doch an erster Stelle solle dabei der liebe Gott stehen. Dabei hinterfragte Komor auch, wie das im Alltag zu bewältigen sei und meinte, man könne es nicht by-the-way machen, da es dann bloß eine Randerscheinung wäre. Er sprach die Empfehlung aus, sich von Gott an die Hand nehmen zu lassen und sich zeigen zu lassen, wie der Glauben aussieht, so wie dem Komponisten Gellert von seinem Vater einst die Sterne gezeigt wurden. Der Dienstleiter ergänzte dem, dass Gläubigkeit nach Pflichten und Aufwand klänge, doch könne man es keinem aufzwingen, denn Glaube könne nur im Herzen entstehen, wo ein Bild vom Christsein entsteht, was einen glücklich mache. Abschließend fasste er zusammen, dass man in seinen Herzensschrank nachgucken solle, um festzustellen, ob es da etwas gibt, was man aussortieren sollte und ob man etwas findet, worauf man eher die Priorität setzen sollte. Jesus rufe einem zu, man soll seine Priorität auf den Glauben setzen, und so würde einem alles andere zufallen, Komor ergänzte diesen Gedanken darum, dass man sich sorgen solle, aber nicht zu viel Sorgen machen soll, und erwähnte noch einmal den Komponisten, der trotz seiner ärmlichen Verhältnisse Gott gesehen hat und sich von ihm berühren ließ. So solle man auch selbst die Worte Jesu zu Herzen nehmen und es in sein Leben tragen.

Nach einem Musikstück der Instrumentalgruppe griff Diakon Röstel den Gedanken der stürmischen Herzen auf und erwähnte von sich selbst, dass er sich schlecht gefühlt hätte, da er beruflich fort war und seiner Verantwortung in der Kirche nicht mehr gerecht werden konnte, weshalb es auch in seinem Herzen stürmisch wurde. Der Diakon reflektierte dabei, dass es von Gott so gewollt sein könne, dass er während seiner Berufsreise weniger in der Jugend aktiv war, denn so könne er auch anderen Menschen dienen, auch außerhalb der Kirche. Er setzte auch den Gedanken fort, dass Gott keine Randerscheinung sein solle, sondern die Dinge, die einen weltlich beschäftigen. Er nannte dabei das Beispiel von Stürmen, Tornados und rotationssymmetrischen Körpern, in dessen Zentrum es immer ganz ruhig sei. So verbildlichte er, wenn man den Herrn in seine Mitte ausrichte, könne man immer wieder zur Ruhe kommen und Gott würde die Wogen glätten.

Priester Linke sprach in seinem Mitdienen vom Schatz, der im Bibelwort erwähnt wird, und meinte, als ein Schatz verstünde man immer etwas besonders Wertvolles, doch bestimme auch jeder den Wert für sich. Metaphorisch sprach er von Geschenken, die gar keinen hohen materiellen Geldwert haben müssten, um von jemandem besonders wertgeschätzt zu werden. Dann erwähnte er das Geschenk Gottes, dass er uns anbieten würde, dass sein Sohn Jesus Christus uns im Leben begleite und darüber hinaus er und führe zu sich in die himmlische Herrlichkeit. Man würde es nicht immer so verfolgen, doch jeder Weg habe ein Ziel, und unser Ziel sei es, bei Jesus zu sein und in den Himmel zu kommen. Der Priester stellte dabei die Frage, welchen Stellenwert dies im eigenen Leben habe und wie sehr man dieses Ziel verfolgen würde. Gott an erster Stelle zu setzen hieße nicht, dass man nichts mehr im Leben mitnehmen könne und bedeute nicht, ein asketisches Leben führen zu müssen, Jesus hätte es sich an einigen Stellen im Leben auch angenehm gemacht. Er sprach auch von den Herzen der Amtsbrüder, die Arbeit und Familie hätten, doch in deren Mittelpunkt auch immer noch Jesus Christus stünde und ihr Schatz wäre, es stünde in keinem Widerspruch zueinander. Man kann Christsein mit einem erfüllten Leben vereinbaren und darüber hinaus eine besondere Tiefe erlangen. Priester Linke appellierte, man solle das Geschenk Gottes richtig bewerten, denn es sei ein Schatz. In seinem letzten Gedanken erwähnte er einen Jungen, der ein Handy benötige, sobald er eins sähe, obwohl er damit überhaupt nichts anfangen könne, doch erkenne er es als lebensnotwendig, da das Kind die Erwachsenen so häufig damit sehen würde. Er übertrug daraus, dass das, was für uns im Leben wichtig sei, im Herzen sichtbar werden solle, damit andere erkennen, was für ein Schatz dies sei.

Zum Abschluss des Predigtteils sprach Dienstleiter Komor davon, dass der liebe Gott wüsste, was in unseren Herzen stünde. Er sprach von Situationen, in denen man den Wert von Dingen nicht bestimmen könne und es Experten gäbe, die bereits Kleinigkeiten hoch schätzen würden, diese Dinge jedoch auf einem Flohmarkt nichts wert wären. Er sprach vom Wert der Hostie zur Vorbereitung des heiligen Abendmahls, dessen materieller Wert gering sei. Doch in der Hostie wäre Jesus, und durch seine Worte und seine Tat und dem Glauben zu ihm würde es einen unfassbaren Wert bekommen.

 

Nach dem Gottesdienst gab es noch einige Bekanntmachungen und eine Umfrage. Anschließend gab es noch einen Austausch in geselliger Runde.

20. Februar 2022
Text: Marvin W.
Fotos: Marvin W.

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