Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, herbstlich verfärbte Bäume, nicht nur ein goldener Sonntag im Oktober sondern auch ein goldenes Hochzeitsjubiläum stand am 09.10.2022 in der Gemeinde Oer-Erkenschwick an. Berthilde und Walter Mathebel feierten das Fest ihrer Goldenen Hochzeit, wozu sich viele Feunde, Verwandte und Geschwister der Gemeinde eingefunden hatten. Den Festgottesdienst hielt unser Bischof Peter Johanning.
Grundlage war das Textwort aus Matthäus 6 Vers 11 "Unser tägliches Brot gib uns heute."
Zur Zeit Jesu war die Sorge um ausreichende Nahrung im jüdischen Volk ein durchaus reales Problem, begann der Bischof. So kurz und prägnant diese Bitte auch sei, umfasse sie allerdings weit mehr. Gemeint sind damit alle Bitten, die wir in Verbindung mit unserem natürlichen Leben haben. Diese Bitten bewegen Gott und er hilft nach seinem Willen. Damit verbunden ist aber auch unsere Verpflichtung, die Schöpfung zu bewahren.
Bischof Johanning erläuterte, dass die Bitte um das tägliche Brot aber auch für unser geistliches Leben gelte. Auch da dürfen wir Gott bitten, uns zu helfen, damit wir uns weiter entwickeln, um unser Glaubensziel zu erreichen.
Wir wollen ihn auch darum bitten, dass er uns rechte Gedanken schenkt, damit wir nach seinem Willen handeln.
"Brot" ist im übertragenen Sinn auch das aktuelle Wort, welches wir in der Predigt hören können.
Bei der Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste schenkte Gott dem Volk Speise durch Manna, welches jeden Morgen neu vom Himmel fiel. Allerdings war immer nur das frische Manna verwendbar. Vom Vortag Aufgehobenes war nicht mehr zu genießen.
Ganz ähnlich ist es auch heute mit dem stärkenden Wort Gottes in der Predigt. Es wird immer wieder frisch gegeben. Es nützt nichts, auf "frisches Wort" zu verzichten, weil man ja noch genug aus vorherigen Predigten habe.
Am Beispiel des Wunders bei der Speisung der 5.000 verdeutlichte Peter Johanning, dass es heute bei Gott noch genauso sei: Mit scheinbar Wenigem versorgt er alle und am Ende bleibt noch genug übrig. Damit verband der Bischof die Aufforderung an alle, doch bei dem Angebot Gottes kräftig zuzugreifen.
In seinem Predigtbeitrag sprach der Vorsteher, Evangelist Rainer Gutenschwager, das Goldhochzeitspaar direkt an und berichtete, dass er das Textwort, welches sie zu ihrer Grünen Hochzeit erhalten hatten, in der Bibel zunächst nicht gefunden habe. Es lautete ursprünglich aus Sprüche 10, Vers 22: "Der Segen des Herrn macht reich ohne Mühe." Diesem Text lag allerdings die Übersetzung aus der Lutherbibel in der Fassung von 1912 zugrunde.
In der aktuellen Übersetzung von 2017 lautet der Text nun: "Der Segen des Herrn allein macht reich, und nichts tut eigene Mühe hinzu."
Die alte Fassung könnte so verstanden werden, dass der Segen Gottes reichen und man sich selbst zurücklehnen könne ohne eigene Mühen aufwenden zu müssen. In der aktuellen Fassung wird jetzt deutlich, dass der Segen Gottes ein wunderbares Geschenk ist, zu dem man nichts hinzu tun könne, also nichts selbst verdienen kann.
Ein ebenso großartiges Geschenk ist die Hinnahme von Brot und Wein im Heiligen Abendmahl. Auch ein Liebesgeschenk Gottes und seines Sohnes, das wir uns nicht verdienen können.
Nach der Feier von Sündenvergebung und heiligem Abendmahl bat der Bischof Berthilde und Walter vor den Altar.
Vorbereitend dazu trug der Gemeindechor das Lied vor: "Herr segne uns und behüte uns. Lass dein Angesicht leuchten über uns" (CM 359).
Dem Goldhochzeitspaar gab der Bischof ein besonderes Textwort mit: "Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung". (Jeremia 29 Vers 11)
"Denn ich weiß" - die ersten Worte des Textworts betonte der Bischof besonders."Gott weiß doch alles! Er kennt euch beide doch ganz genau!" Allein in diesem Wissen liegt eine großartige Sicherheit.
Peter Johanning zitierte dieses besondere Wort auch aus einer anderen Bibelübersetzung. In der Gute Nachricht Bibel heißt es: Denn mein Plan mit euch steht fest: Ich will euer Glück und nicht euer Unglück. Ich habe im Sinn, euch eine Zukunft zu schenken, wie ihr sie erhofft. Das sage ich, der Herr.
Diese Übersetzung soll noch einmal unterstreichen, was Gottes Absicht für die Beiden auch in Zukunft ist: "Er will euer Glück!" Diesem Wunsch schließen sich alle Verwandten, Freunde und die ganze Gemeinde an.
Nach der Spendung des Segens, beendete der Bischof den Gottesdienst mit Gebet und Segen.
Anschließend gab es herzliche Umarmungen, viele gute Wünsche und auch etliche Geschenke für das Goldhochzeitspaar. Bei dem herrlichen Wetter bestand zudem noch die Möglichkeit, mit einem Glas Sekt auf das Paar anzustoßen.
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