Unter dem Motto „Gegen den Strom – DAFÜR!“ wurde am Samstag, 12. September, auf dem Marktplatz in Haltern am See mit 600 Menschen das Interkulturelle Fest gefeiert. Gleichzeitig bildete es einen lebendigen Auftakt zur diesjährigen ökumenischen Glaubenswoche. Der Nachmittag begann im Glaubenszelt mit einem interreligiösen Gebet, zu dem rund 200 Menschen zusammenkamen. Beteiligt waren Vertreterinnen und Vertreter der katholischen, evangelischen, neuapostolischen und orthodoxen Kirche, der ukrainischen Community sowie der muslimischen Gemeinde.
Das Vaterunser bildete dabei einen besonderen verbindenden Rahmen. Seine einzelnen Abschnitte wurden von den verschiedenen Mitwirkenden aufgegriffen und mit eigenen Gedanken, Gebeten und Impulsen verbunden. Dabei erklangen auch unterschiedliche Sprachen – jeweils so begleitet, dass die Gedanken für alle verständlich wurden. Gerade darin wurde sichtbar, worum es an diesem Tag ging: Unterschiede nicht aufzulösen, sondern einander zuzuhören und miteinander Gemeinschaft zu gestalten.
Nach dem gemeinsamen Gebet öffneten rund um das Glaubenszelt zahlreiche Aktions- und Informationsstände. Kindertageseinrichtungen, Kirchengemeinden, soziale Einrichtungen und Initiativen beteiligten sich mit ganz unterschiedlichen Angeboten. Mit dabei waren unter anderem das Ernst-Lossa-Haus, die Neuapostolische Gemeinde, Amnesty International, der Asylkreis, ReInit, HERO, Amal e. V. sowie verschiedene Halterner Kindertageseinrichtungen. Besonders an den Kreativ- und Mitmachangeboten herrschte reger Betrieb – Kinder und Familien bastelten, malten, begegneten einander und kamen miteinander ins Gespräch.
Auch auf der Bühne zeigte sich die Vielfalt des Festes. Kinder eröffneten das Programm mit Tanz und Musik, es folgten zahlreiche ukrainische und internationale Beiträge mit Gesang, Tanz, Geige, Akkordeon und traditionellen Instrumenten.
Für ordentlich Stimmung sorgte auch die Cajongruppe „Lossa Gang“ des Ernst-Lossa-Hauses. Mit bekannten Liedern, eigenen Texten, viel Rhythmus und noch mehr Freude begeisterte die inklusive Gruppe das Publikum. Ihr Auftritt machte auf ganz selbstverständliche Weise deutlich, was gelebte Teilhabe bedeutet: nicht nur dabei zu sein, sondern mittendrin.
Rund 600 Besucherinnen und Besucher kamen im Laufe des Nachmittags zum Interkulturellen Fest. Dazu gesellten sich immer wieder Menschen, die beim Gang durch die Innenstadt neugierig stehen blieben, zuschauten oder spontan dazukamen. So entstand mitten in Haltern ein bunter Ort der Begegnung zwischen Generationen, Kulturen, Religionen und ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten.
Das Motto „Gegen den Strom – DAFÜR!“ wurde dabei ganz praktisch erlebbar. Gegen Ausgrenzung und Vorurteile – dafür für Vielfalt, Solidarität und Zusammenhalt. Gegen das Trennende – dafür für Begegnung und ein respektvolles Miteinander.
Denn wir müssen nicht alle gleich sein, um miteinander verbunden zu sein. Vielleicht beginnt „gegen den Strom schwimmen“ manchmal genau dort: wo Menschen den Mut haben, aufeinander zuzugehen, neugierig zu bleiben und Unterschiede nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung wahrzunehmen.
So wurde das Interkulturelle Fest zu einem fröhlichen, bunten und zugleich starken Auftakt der ökumenischen Glaubenswoche 2026: Gegen den Strom – und gemeinsam DAFÜR.
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