Herten-Westerholt. Mit viel innerer und äußerer Wärme im Gepäck besuchte Apostel Walter Schorr am Mittwoch, 04.07.2018, zum Abendgottesdienst. Neben Predigt, Sündenvergebung und Heiligem Abendmahl erlebten die Anwesenden eine Ordination.
Bei hochsommerlichen Temperaturen versammelte sich die ansässige Gemeinde gemeinsam mit einigen Gläubigen aus den Nachbargemeinden - der Großteil davon aus Marl-Brassert, da die erwähnte Ordination für die dortige Gemeinde erfolgen sollte.
Doch der Reihe nach. Apostel Schorr legte der Predigt ein Bibelwort aus dem Lukasevangelium zugrunde. Aus Kapitel 18 las er den zweiten Teil des Verses 8 vor: “Doch wenn der Menschensohn kommen wird, meinst du, er werde Glauben finden auf Erden?“
Geduld haben
Ehe der Apostel das Bibelwort in der Predigt aufgriff, ging er auf eine Passage des vom Gemeindechor ausdrucksvoll vorgetragenen Liedes „Herr, an deines Altars Stufen“ (CB 103) ein. Dort heißt es u.a.: „[…] in der Liebe uns begegne […]“.
Die Liebe Jesu Christi in Allem wahrzunehmen sei angesichts vieler schwieriger Umstände eine besondere Herausforderung. Jemand anderem zu Geduld zu raten sei oft noch einfacher als sich selbst in Geduld zu üben, sobald man selbst betroffen ist.
Apostel Schorr zeigte als Beispiel für die göttliche Liebe in Jesus Christus dessen inneren Kampf im Garten Getsemane auf. Er ordnete aus Liebe zu den Menschen alle eigenen Bedürfnisse dem Heilsplan Gottes unter - ein Trost, der dem Gläubigen nicht wegzunehmen ist und alles, was Gott in unserem Leben zulässt, überdauert.
Mit Verweis auf die Schilderung der Offenbarung des Johannes gab der Apostel auch den Rat, nach Möglichkeit aus dem Irdischen auch mal herauszusteigen und den Fokus auf Göttliches zu richten.
Beharrlichkeit im Glauben an die Naherwartung
So wurde die Brücke zum o.g. Bibelwort geschlagen. Der Apostel stellte als weitere Frage in den Raum, wie es denn mit der im Bibelwort aufgeführten Naherwartung aussehe: Hat diese eine Bewandnis für uns oder ist sie mitunter nur ein Anhängsel im Gebet?
Dem Bibelwort geht das Gleichnis von der bittenden Witwe voraus. Die Witwe zeichnet sich durch eine unbeirrte Beharrlichkeit zu ihrem Rechtsanspruch aus, obwohl ihr über lange Zeit nicht zu ihrem Recht verholfen wurde. Sie gibt nicht auf und bekommt letztlich vom Richter die berechtigte Zuwendung. Auch heute, so Apostel Schorr, müsse man sich klar machen, dass der Glaube gefordert und angefochten werde. Bis zuletzt, bei allen Höhen und Tiefen, sei die Beharrlichkeit der Witwe ein Vorbild für jeden Gläubigen.
Zwei Beispiele für derlei Anforderungen seien eine hierzulande vermehrt anzutreffende Gottlosigkeit einerseits und ein sich in wachsender Lieblosigkeit zeigender Egoismus andererseits. Dem gelte es mit Geduld und Beharrlichkeit im Sinne des Evangeliums entgegenzutreten.
Bezirksältester Raimund Gauert unterstrich in einem Predigtbeitrag die Notwendigkeit des Durchhaltens.
Neuer Priester für die Gemeinde Marl-Brassert
Nach Sündenvergebung und dem feierlichen Sakrament des Heiligen Abendmahls erfolgte die Ordination eines Priesters für die Gemeinde Marl-Brassert. Der bisherige Diakon Stephan Arnold wird den dortigen Gemeindevorsteher Priester Detlev Kwasny zukünftig als Priester unterstützen.
Nachdem Apostel Schorr den Gottesdienst mit abschließendem Gebet und dem trinitarischen Segen beendet hatte und die Anwesenden in einen „entspannten Sommerabend auf der heimischen Terrasse“ entließ, hatten die Anwesenden noch Gelegenheit, dem neuen Priester für seine anspruchsvolle Aufgabe gute Wünsche mitzugeben.
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