1. Startseite /
  2. Gemeinden /
  3. Herten /
  4. Berichte /
  5. Erntedank - eine sperrige Nachlese.
Neuapostolische Kirche Logo

Neuapostolische Kirche

Gemeinde Herten

  • Gemeindesuche 
  • Kontakt 
  • Suche 
  • Menü  Menü 
Bezirk Gemeinden Gemeinschaft Glaube
  • Bezirk
    • Ansprechpartner
    • Aktuelles
    • Termine
    • Traueranzeigen
    • Organisation
  • Gemeinden
    • Haltern am See
    • Herten
    • Marl-Brassert
    • Marl-Mitte
    • Oer-Erkenschwick
    • Recklinghausen
    • Recklinghausen-Nord
    • Herten-Westerholt
  • Gemeinschaft
    • Singles
    • Familien
    • Ökumene
    • Musik
    • Kinder
    • Jugend
    • Senioren
    • Inklusion
  • Glaube
    • Katechismus
    • Bekenntnis
    • Apostelamt
    • Sakramente
    • Gottesdienst

Erntedank - eine sperrige Nachlese.

 

Erntedanktag - traditionell am ersten Sonntag im Oktober gefeiert. Erntedanktag - traditionell auch ein Tag, der in den Gottesdiensten der Neuapostolischen Kirche im überragenden Zeichen des Dankes, des Dankens, steht. So auch am 4. Oktober 2026, als Stammapostel Helge Mutschler, der einen international "live" verfolgbaren Gottesdienst in Dorsten (NRW) hielt, scheinbar nebenbei in seiner Predigt einen Satz fallen ließ. Eine persönliche Nachbetrachtung.

"Ich danke dir, lieber Gott, für meinen Feind."

Es gibt Gebete, die leicht über die Lippen gehen. Wir danken für unsere Familie, für Freunde, für Gesundheit, für Bewahrung und für die Menschen, die uns tragen, verstehen und lieben. Dankbarkeit fällt leicht, wenn sie denen gilt, die uns guttun.

Sehr viel schwerer wird sie bei einem Satz, der zunächst geradezu widersinnig klingt:

„Ich danke dir, lieber Gott, für meinen Feind.“

Für den Menschen also, der mich verletzt hat, der schlecht über mich redet, meine Absichten verdreht, mich angreift oder mir Steine in den Weg legt. Für jemanden, dessen Worte noch lange nachwirken und dessen Verhalten mich Kraft kostet. Soll ich ausgerechnet für diesen Menschen dankbar sein? Die christliche Antwort darauf ist unbequem und eindeutig:

Ja. Gerade für ihn.

Das Christentum wäre eine bequeme Religion, wenn es lediglich verlangte, diejenigen zu lieben, die auch uns lieben. Dafür braucht es keine Bergpredigt. Dafür genügt menschliche Sympathie. Jesus geht weiter:

„Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.“

Damit fordert er nicht einfach eine besonders anspruchsvolle Form menschlicher Anständigkeit. Er verweist auf Gott selbst. Denn Gott lässt, wie Jesus unmittelbar danach sagt, seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Feindesliebe ist deshalb Nachahmung Gottes. Der Christ liebt seinen Feind nicht, weil dieser seine Liebe verdient hätte, sondern weil Gottes Liebe ebenfalls nicht nach Verdienst fragt. Darin liegt der eigentliche "Skandal" dieses Gebotes.

Damit bekommt auch der Feind eine andere Bedeutung. Er ist nicht nur der Mensch, an dem meine Geduld auf die Probe gestellt wird. An ihm entscheidet sich, ob ich die Gnade Gottes wirklich verstanden habe.

Solange ich nur diejenigen liebe, die mich lieben, bleibe ich im vertrauten Kreislauf von Leistung und Gegenleistung: Du bist gut zu mir, also bin ich gut zu dir. Das Evangelium durchbricht diesen Kreislauf. Gott wartet nicht darauf, dass der Mensch sich seiner Liebe würdig erweist. Seine Zuwendung geht voraus. Wer aus dieser Gnade lebt, kann deshalb nicht gleichzeitig darauf bestehen, dass der andere sich seine menschliche Achtung erst verdienen muss. Der Feind bleibt Geschöpf Gottes und damit ein Mensch, dessen Würde nicht davon abhängt, wie er sich mir gegenüber verhält.

Das bedeutet keine Verharmlosung des Bösen. Wer verletzt, verleumdet oder demütigt, handelt falsch. Grenzen dürfen gezogen, Angriffe zurückgewiesen und Unrecht muss beim Namen genannt werden. Auch Vergebung macht Schuld nicht ungeschehen und erklärt sie nicht nachträglich für belanglos. Christliche Feindesliebe verlangt etwas Anspruchsvolleres:

Sie widerspricht dem Bösen, ohne den Menschen mit seinem bösen Handeln gleichzusetzen. Sie verweigert dem Hass das Recht, über den Wert eines Menschen zu urteilen. Das letzte Urteil über ihn steht nicht mir zu. Es steht Gott zu.

Gerade darin wird der Feind zur geistlichen Herausforderung. Freunde schenken Zustimmung, Vertrauen und Nähe; der Gegner dagegen nimmt uns die Möglichkeit, Liebe mit Sympathie zu verwechseln. An ihm zeigt sich, ob unser Glaube trägt, wenn uns nichts entgegenkommt. Von Vergebung zu sprechen, solange es nichts zu vergeben gibt, kostet wenig. Erst die Kränkung zeigt, ob wir bereit sind, das Evangelium auch dort gelten zu lassen, wo es unserem natürlichen Empfinden widerspricht. Der Feind hält uns dabei einen Spiegel vor: unsere Eitelkeit, unsere Rechthaberei, unsere Verletzlichkeit und den Wunsch, Gleiches mit Gleichem zu vergelten.

Darum bedeutet der Satz „Ich danke dir, lieber Gott, für meinen Feind“ nicht: Ich danke für das Unrecht, die Verletzung oder die Bosheit. Ich danke Gott dafür, dass auch mein Gegner mich auf ihn verweist.

An diesem Menschen erkenne ich, dass auch ich aus Gnade lebe. Denn vor Gott stehe ich nicht als der Gute dem Bösen gegenüber, nicht als der Gerechte dem Sünder. Ich stehe selbst als einer da, der Vergebung braucht. Genau diese Erkenntnis nimmt mir das Recht zur Selbstgerechtigkeit. Wer täglich um Gottes Vergebung bittet, kann dem anderen Vergebung nicht grundsätzlich verweigern, ohne die eigene Bitte unglaubwürdig zu machen. Das Vaterunser verbindet beides unauflöslich miteinander:

„Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“

Damit führt die Feindesliebe unmittelbar zum Kreuz. Dort begegnet uns kein Gott, der seine Gegner vernichtet, sondern Christus, der für seine Peiniger betet:

„Vater, vergib ihnen.“

Dann bekommt ein Gebet, das zunächst widersinnig klang, seinen eigentlichen christlichen Sinn: Ich danke dir, lieber Gott, für meinen Feind. Meine Freunde zeigen mir, dass ich geliebt werde. Mein Feind erinnert mich daran, dass Liebe im Evangelium mehr ist als Erwiderung. Sie beginnt dort, wo kein Anspruch auf Gegenliebe besteht. Dort endet das Rechnen nach Verdienst. Dort beginnt Gnade. Und dort entscheidet sich, ob die Feindesliebe Jesu für uns nur ein großer Satz geblieben ist – oder ob wir bereit sind, ihm zu folgen.

Die Gnade Gottes ist Grund christlicher Feindesliebe.

_______
Bild: Symbolbild.

6. Oktober 2026
Text: Andreas Hebestreit

 Via Facebook teilen
 Via WhatsApp teilen
 Via E-Mail teilen
PDF-Version

 

Mehr zum Thema

25. Dezember 2024

Weihnachten 2024 - mulmig oder mutig?

13. September 2026

Kirche verbindet - zwei Gemeinden, ein Fest!

5. August 2026

Wenn sich zwei trauen…

20. Juni 2026

Gehmeinde Herten…

26. April 2026

Konfirmation von Gino Weidenmüller

8. März 2026

Zwei Aufnahmen in der Gemeinde Herten - positives Signal für Wachstum

4. Dezember 2025

Wo Bewegung ist, ist Leben.

1. Juli 2025

Gold.

  •  facebook
  •  Youtube
  •  Instagram

Impressum

Datenschutzeinstellungen

Interessante Links

  • Neuapostolische Kirche Westdeutschland
  • Neuapostolische Kirche International
Datenschutzeinstellungen

© 2026 Bezirk Recklinghausen

Datenschutzeinstellungen

Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.

Einstellungen/Ablehnen

Datenschutzeinstellungen

Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.

Einstellungen

Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.

Alle ablehnen Auswahl speichern