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„Nicht aus Angst, sondern aus Liebe“ – Die Wiederkunft Christi im Mittelpunkt

 

Herten-Westerholt. Am Mittwochabend, 7. Oktober 2026, versammelten sich die Glaubensgeschwister der Gemeinden Herten-Westerholt und Herten zu einem gemeinsamen Gottesdienst in Herten-Westerholt. Apostel Carsten Denker diente der Gemeinde mit einem Wort aus 1. Johannes 4,14: „Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt.“

Stille.

Zu Beginn des Gottesdienstes lenkte der Apostel den Blick auf die besondere Bedeutung der Stille. Wer Gottes Wort hören wolle, müsse bereit sein, für einen Augenblick das zurückzulassen, was ihn im Alltag beschäftigt, belastet oder ablenkt. Als Beispiel erinnerte er an die Begegnung des Propheten Samuel mit Saul. Erst als beide zur Ruhe gekommen waren, konnte Samuel Saul verkünden, was Gott ihm sagen wollte. Auch der Gottesdienst sei ein solcher Ort des Innehaltens: eine Gelegenheit, still zu werden und sich dafür zu öffnen, was Gott seinem Volk sagen möchte.

Rückschau.

Einen Gedanken aus dem vorangegangenen Erntedankgottesdienst griff Apostel Denker ebenfalls auf: Bei Gott gebe es keinen Mangel. Das zeige sich beispielhaft in der Speisung der vielen Menschen mit Brot und Fisch. Nach menschlichem Ermessen war zu wenig vorhanden, doch am Ende war nicht nur genug für alle da, sondern es blieb sogar etwas übrig. Gott sorge für sein Volk und schenke in Fülle. Diese Gewissheit könne auch das eigene Glaubensleben prägen: Der Mensch müsse bei Gott nicht ängstlich darauf achten, ob für ihn noch genügend übrigbleibe.

Im Mittelpunkt: Der Mittelpunkt.

Im Mittelpunkt der Predigt stand jedoch die Wiederkunft Jesu Christi. Der Apostel erinnerte daran, dass Menschen zur Zeit Jesu unterschiedliche Vorstellungen von einem Retter hatten. Manche erwarteten einen mächtigen Herrscher, der politische Verhältnisse verändern und ihnen Freiheit verschaffen würde. Jesus Christus kam anders. Er begegnete den Menschen nicht mit weltlicher Macht und Gewalt, sondern mit Liebe, Güte und Barmherzigkeit. Er wandte sich Menschen zu, die am Rand der Gesellschaft standen, den Kranken, den Sündern und den Ausgegrenzten. Selbst für diejenigen, die ihn ans Kreuz brachten, bat er um Vergebung. Darin zeigte sich, was es bedeutet, dass Christus der „Heiland der Welt“ ist.

Von diesem ersten Kommen Christi führte Apostel Denker unmittelbar zur Erwartung seiner Wiederkunft. Christus werde wiederkommen und sich den Menschen erneut als Erlöser zuwenden. Entscheidend sei dabei die Frage, aus welchem Grund der Gläubige auf diesen Tag warte. Die Wiederkunft Christi solle nicht deshalb ersehnt werden, weil dadurch persönliche Probleme verschwänden, Krankheiten und Schmerzen beendet würden oder das eigene Recht wiederhergestellt werde. Im Mittelpunkt stehe vielmehr die Liebe zu Christus und der Wunsch, für immer Gemeinschaft mit ihm zu haben.

Erwartung aus Liebe.

Deshalb müsse die Erwartung der Wiederkunft im Glaubensleben einen festen Platz behalten. „Die Wiederkunft Jesu Christi ist nah“, sagte der Apostel und ermunterte die Gemeinde, nicht lediglich darum zu beten, dass der Herr irgendwann komme. Der Wunsch solle lauten, dass er heute komme – nicht aus Angst vor der Welt oder aus dem Wunsch, ihr zu entfliehen, sondern aus Liebe zu Christus. Niemand müsse fürchten, dadurch etwas zu verlieren oder etwas im Leben zu verpassen. Was Gott bereithalte, übersteige das, worauf ein Mensch verzichten könnte, um ein Vielfaches.

Betonungen.

Bezirksevangelist Ingo Wagner rundete die Wortverkündigung mit einer Co-Predigt ab. Er griff dabei wesentliche Gedanken des Gottesdienstes auf und führte sie weiter. Besonders hob er die Botschaft hervor, dass es bei Gott keinen Mangel gebe und die Wiederkunft Jesu Christi eine frohe Botschaft sei, die Kraft, Freude und Zuversicht schenken könne. Diese Botschaft solle nicht mit dem Ende des Gottesdienstes zurückbleiben, sondern im Herzen aufgenommen und in den Alltag hineingetragen werden.

Heilige Versiegelung - Spendung der Gabe Heiligen Geistes.

Einen besonderen Höhepunkt erhielt der Gottesdienst durch die Heilige Versiegelung zweier Kleinkinder. Die Heilige Versiegelung ist in der Neuapostolischen Kirche neben der Heiligen Wassertaufe und dem Heiligen Abendmahl eines der drei Sakramente. Apostel Denker spendete beiden Kindern unter Handauflegung und Gebet die Gabe des Heiligen Geistes mit den segnenden Worten: „In dem Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes empfange die Gabe des Heiligen Geistes.“

In seiner anschließenden Segensansprache stellte der Apostel auch diesen sakramentalen Augenblick in den Zusammenhang der zuvor verkündigten Botschaft. Gott werde die Kinder auf ihren Wegen begleiten, sie bewahren und für sie sorgen. Nun seien sie Teil der "Brautgemeinde" Jesu Christi, die sich auf seine Wiederkunft vorbereitet. Der Heilige Geist solle in ihnen wirken, ihnen Ratgeber und Tröster sein und sie immer tiefer in die Erkenntnis des Wortes Gottes führen. Auch die Eltern bezog Apostel Denker in seinen Segen ein.

Einladung zur Hoffnung.

So verband der Gottesdienst die Erinnerung an das Kommen Jesu Christi als Heiland der Welt mit der Erwartung seiner Wiederkunft und dem unmittelbaren Erleben des Sakraments. Als Leitgedanke blieb die Einladung, diese Hoffnung nicht nur als Glaubenslehre zu kennen, sondern sie im Herzen lebendig zu halten: Christus kommt wieder – und die Antwort darauf ist nicht Furcht, sondern Freude, Liebe und der Wunsch nach Gemeinschaft mit ihm.

7. Oktober 2026
Text: Andreas Hebestreit
Fotos: Andreas Hebestreit

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