Rund 300 Ehrenamtliche, ein ökumenischer Gottesdienst, ein gemeinsamer Chor und anschließend ein großes Fest im Zelt: Der Freitagabend am 18.September 2026, der Glaubenswoche gehörte den vielen Menschen, die sich mit Zeit, Ideen, Herz und ganz unterschiedlichen Fähigkeiten für andere einsetzen.
Den Auftakt bildete ein ökumenischer Gottesdienst in der St.-Sixtus-Kirche, gestaltet von Diakonin Karolin Wengerek (evangelisch), Diakonin Ann-Kristin Mettenmeyer (Neuapostolische Kirche) und Pfarrer Michael Ostholthoff (katholisch).
Für die musikalische Gestaltung hatte sich eigens für diesen Abend ein ökumenischer Chor aus Sängerinnen und Sängern der verschiedenen Gemeinden zusammengefunden. Schon darin wurde sichtbar, was sich wie ein roter Faden durch den Abend zog: Viele bringen etwas Eigenes mit – und gemeinsam entsteht daraus etwas Neues.
In den Ansprachen und der Predigt führte der Blick in das Buch Nehemia. Beim Wiederaufbau der Jerusalemer Stadtmauer arbeiteten viele Menschen gleichzeitig an ganz unterschiedlichen Stellen. Familien und Gruppen übernahmen jeweils ihren Abschnitt. Nicht jeder musste alles können und vor allem musste niemand die ganze Mauer allein bauen.
Zugleich ging es um die Veränderungen, die Nehemia anstieß, und damit um die Frage, wie Gemeinschaft und Gesellschaft immer wieder neu gestaltet werden können – durch unterschiedliche Aufgaben und Projekte und durch Menschen, die sich dort mit ihren ganz eigenen Fähigkeiten einbringen.
„Für den Einzelnen ist die Arbeit zu schwer“ – dieser Gedanke aus Nehemia bekam dabei einen ganz aktuellen Bezug. Denn genauso funktioniert Ehrenamt auch heute: Viele Menschen bauen mit – in Kirchengemeinden, Vereinen, Initiativen, Hilfsorganisationen und sozialen Einrichtungen. Die Aufgaben sind verschieden, die Möglichkeiten ebenso. Der eine organisiert, die andere hört zu, jemand musiziert, begleitet, hilft ganz praktisch oder ist einfach da, wenn ein anderer Mensch Unterstützung braucht.
Natürlich kann Ehrenamt auch einmal anstrengend sein. Es kostet Zeit und manchmal Kraft. Aber Menschen engagieren sich eben auch, weil sie es gerne tun, weil ihnen etwas am Nächsten und an unserer Gemeinschaft liegt und weil es Freude macht, gemeinsam etwas entstehen und sich entwickeln zu sehen.
Die Fürbitten machten diese Vielfalt noch einmal besonders sichtbar. Stellvertretend für die vielen Formen ehrenamtlichen Engagements kamen unterschiedliche Gruppen und Arbeitsbereiche zu Wort – von praktischer Alltagshilfe über soziale und seelsorgerische Arbeit bis hin zur Musik.
Nach dem Gottesdienst ging es dann tatsächlich gemeinsam weiter: Singend zogen die rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus St. Sixtus hinaus und hinüber zum Festzelt auf dem Marktplatz.
Dort wurde an den Tischen gemeinsam das Vaterunser gesprochen und anschließend wurden Brot und Trauben miteinander geteilt. Die kleine Agapefeier nahm noch einmal den Gedanken aus dem Buch Nehemia auf. Denn auf das gemeinsame Bauen folgte auch dort das gemeinsame Feiern. Das Laubhüttenfest erinnerte daran, was die Menschen miteinander und mit Gott verbindet und was sie auf ihrem Weg trägt.
Und dann hieß es auch an diesem Freitagabend: gemeinsam feiern!
Bei einem großen Buffet, Getränken und vielen Gesprächen wurde aus dem Gottesdienst ein fröhliches Ehrenamtsfest mitten im Festzelt. Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen kamen miteinander ins Gespräch, begegneten sich und konnten diesen Abend einfach genießen.
So passte am Ende beides zusammen: gemeinsam bauen und gemeinsam feiern. Denn Gemeinschaft entsteht dort, wo viele bereit sind, ihren Teil beizutragen – nicht alle an derselben Stelle und nicht alle mit derselben Aufgabe.
Aber Stein für Stein, Idee für Idee und Mensch für Mensch entsteht etwas, das keiner allein bauen könnte.
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