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„Gott sieht das Herz an“ – Wir schaffen das zusammen
Kindergottesdienst für 10- bis 14-Jährige im Bezirk Recklinghausen

 

Das Textwort aus 1. Samuel 16,7 war die Grundlage des Kindergottesdienstes am 20. September 2026 in Haltern am See.


„Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.“ (1. Samuel 16,7)

Kostbares Öl und die eigene Persönlichkeit

Zum Einstieg konnten die Kinder bei einem kleinen Geruchs- und Fühlquiz verschiedene Dinge erraten. In den Behältern befanden sich Gewürze, Kräuter und Öle – zum Beispiel Bohnenkraut und verschiedene Duftöle. So ging es mit mehreren Sinnen auf Entdeckungsreise.

Zudem wurde danach die biblische Geschichte aus Lukas 7, 36–50 in verteilten Rollen gelesen. Eine Frau, die nicht gut angesehen war, kommt zu Jesus wusch ihm mit ihren Tränen die Füße und salbte ihn mit teurem Öl. Die damaligen Anwesenden nehmen daran Anstoß. Jesus aber stellt ihre Tat in einen anderen Zusammenhang: Er hebt ihre Bereitschaft zu geben, ihre Einstellung und Dankbarkeit hervor. Ihr wurde viel vergeben und ihre große Dankbarkeit wurde durch ihr Handeln sichtbar – und führt damit bereits zum zentralen Gedanken des Gottesdienstes:
Was sehen wir bei einem Menschen – und wie sieht gut uns an?
 

Die vier Stationen beim Gallery Walk

„Die Wandbrecher“

„Im Schatten“

„Wie bist du wirklich?“

„Brücken bauen“

Interaktiv ging es beim Gallery Walk um Vorurteile, die eigene Persönlichkeit, Wertschätzung und die Frage, wie Gemeinschaft gelingen kann. An jeder Station konnten die Kinder einen Gedanken auf einem Kärtchen festhalten und für ihren persönlichen Weg mitnehmen.

„Der Herr sieht das Herz an“

Priester Tim Röstel griff das Bibelwort auf und erinnerte auch an David. Als Samuel einen neuen König salben sollte, wurden ihm zunächst die Söhne Isais vorgestellt. Doch einer nach dem anderen kam nicht infrage. Schließlich wurde David geholt – ein Junge, dem man von seiner äußeren Erscheinung zunächst nicht ansah, dass er einmal ein wunderbarer König werden würde - äußerlich war er nicht von übermäßiger Statur.

Das, was in uns steckt?!

Weiter erläuterte er: "Durch unsere guten Taten können andere Menschen Gott in uns und durch uns erkennen. Wenn wir helfen, zuhören, wertschätzen und füreinander da sind, wird etwas von Gottes Liebe sichtbar."

Auch einen Gedanken aus dem Gallery Walk nahm Priester Röstel für sich mit: „Wir sind alle einzigartig.“ Gerade weil jeder Mensch eigene Stärken und Fähigkeiten hat, können wir gemeinsam etwas schaffen: Brücken bauen, einander wertschätzen und füreinander ein Licht sein.

 

Was bleibt, wenn „cool sein“ vergänglich ist?

Auch die Frage, wie wichtig es uns manchmal ist, zu den „Coolen“ gehören zu wollen, griff Priester Röstel auf. Coolness und äußere Anerkennung sind vergänglich. Liebe, Gemeinschaft und das füreinander Dasein dagegen können Bestand haben. Dazu erinnerte er an Gedanken von Bezirksapostel Stefan Pöschel, die dieser beim kürzlich stattgefundenen Jugendgottesdienst in ihm geprägt hatte.
 

"Vergänglichkeit, Beständigkeit und Vertrauen durch Beständigkeit."

Ein Beispiel dafür hatte Priester Röstel selbst erlebt: Nach Podiumssitzungen und zahlreichen Aktivitäten saß Bezirksapostel Pöschel mit seiner Frau beim Essen. Obwohl er sicherlich Hunger hatte, stellte er sein Essen bereitwillig beiseite, um weitere Jugendliche herzlich zu begrüßen und ihnen seine Aufmerksamkeit zu schenken.

Für Priester Röstel wurde darin der Gedanke sichtbar: Vergängliches vergeht, Beständigkeit schafft Vertrauen. Wer erlebt, dass jemand für ihn da ist, kann Vertrauen entwickeln.

 

Stark sein heißt auch, eigene Schwächen zu kennen

Vor der Feier des Heiligen Abendmahls griff Priester Markus Henrich den Gedanken des Stark seins auf. Am Vortag hatte in der Innenstadt die Aktion „Starke Kinder“ stattgefunden.

Er lobte es. "Doch stark zu sein bedeutet nicht, keine Schwächen zu haben.", sagte er. "Wer seine eigenen Schwächen kennt, ist stark. Wenn wir unsere Stärken und Schwächen ehrlich wahrnehmen und miteinander verbinden und vereinen, wird Gemeinschaft stark."

Es macht stark, wenn man weiß, an wen man sich wenden kann und wem man vertrauen darf. So führte Priester Henrich den Gedanken zur Feier des Heiligen Abendmahls: Auch an Jesus dürfen wir uns vertrauensvoll wenden und darauf bauen, dass er uns mit unseren Stärken und Schwächen annimmt.


„Wir schaffen das zusammen“

Musikalisch wurde der Gottesdienst von Eduard „Ede“ Nieland begleitet. Sein selbst komponiertes Lied „Wir schaffen das zusammen“ rundete als Résumé den Gottesdienst ab. Wir müssen unseren Weg nicht allein gehen.

Zum Abschluss wies Priester Tim Röstel noch auf eine Besonderheit hin: das erste dreifache Amen a cappella, also ganz ohne Orgelbegleitung. Und das sei doch wirklich „richtig cool“.

So endete ein abwechslungsreicher Kindergottesdienst mit einer Botschaft, die über den Vormittag hinaus begleiten darf: Gott sieht unser Herz. Wir sind einzigartig. Wir dürfen füreinander Licht sein, Brücken bauen und darauf vertrauen, dass wir gemeinsam unseren Weg gehen.

20. September 2026
Text: SO
Fotos:

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