Die architektonisch wunderschöne griechisch-orthodoxe Kirche Hl. Dimitrios in unserer Nachbarschaft in Herten-Süd ist weithin bekannt. Wie mag es dort wohl von innen aussehen? Und was ist in einer griechisch-orthodoxen Gemeinde anders als bei uns? Was haben wir für Gemeinsamkeiten? Um diesen Fragen einmal nachzugehen, hat unser Gemeinde-Aktiv-Kreis Kontakt aufgenommen und einen Besuchstermin vereinbart.
Treffpunkt für alle Interessierten war am Freitag, dem 14. Oktober 2011 zunächst an unserer Kirche, um dann gemeinsam abzufahren. Beim Eintreffen an der orthodoxen Kirche fiel gleich die erste Gemeinsamkeit ins Auge: Auf dem Grundstück wurde fleißig an den Außenanlagen gearbeitet und im Inneren geputzt – wie bei uns vor dem Wochenende. Ein engagiertes Gemeindemitglied hieß uns herzlich willkommen und entschuldigte den zuständigen Pfarrer, er wäre kurzfristig zu einem Kranken gebeten worden. Fachkundig erklärte uns die Dame dann die Architektur des Gebäudes und die wunderschöne Innenausstattung. Dabei kamen wir wirklich ins Staunen. Da neuapostolische Kirchen eher schlicht und zweckmäßig eingerichtet sind, gab es für uns jede Menge zu bewundern. So erfuhren wir, dass an der kunstvoll geschnitzten Ikonostase acht Künstler eineinhalb Jahre gearbeitet haben, dass die Wand- und Deckenmalereien in Griechenland vorgefertigt werden, welche biblischen Ereignisse dargestellt sind und vieles mehr. Ein Teilstück der Deckenmalereien wäre gerade erst fertiggestellt worden, bis vor einigen Stunden hätte noch ein Gerüst in der Kirche gestanden, wurde uns erklärt. Zwischendurch wurden viele Fragen gestellt, z. B. zum Ablauf eines Gottesdienstes, zur Musik, zum Gemeindeleben, zu den Strukturen der orthodoxen Kirche, usw. Aber auch von der anderen Seite wurde zurückgefragt: „Wie ist dieses oder jenes denn bei euch?“ Und obwohl uns einiges unterscheidet, gab es auch sehr viele Gemeinsamkeiten: vor allem natürlich der Glaube an Gott, seinen Sohn und den Heiligen Geist, die Heilige Schrift, aber auch freiwillige Spenden anstelle von Kirchensteuern oder ein lebendiges Gemeindeleben.
Danach durften wir uns ein wenig umschauen und das Staunen ging weiter. Jetzt hatte man Gelegenheit, sich auch einige Details mal etwas genauer anzuschauen. Und wieder mussten Fragen beantwortet werden. Auch ganz praktische Überlegungen wurden angestellt: Wie wird denn das alles bloß geputzt?
Anschließend waren alle noch zu Kaffee und Kuchen im Untergeschoss der Kirche eingeladen. (Kommt uns doch auch irgendwie bekannt vor…?) Für die Kinder war extra ein „Kindertisch“ gedeckt worden. Sie wurden ganz besonders liebevoll mit Kuchen und Limonade umsorgt. Aber auch die Erwachsenen durften die griechische Gastfreundschaft erleben. Währenddessen kehrte der Pfarrer von seinem Krankenbesuch zurück und konnte die Besucher ebenfalls noch begrüßen.
Es war ein schöner Nachmittag bei unseren griechisch-orthodoxen Nachbarn. Wir wurden verabschiedet mit einer Einladung zum Patronatsfest am 30. Oktober. Aber andersrum sind auch die „Griechen“ bei uns immer herzlich willkommen.
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