(04.10.205) Hochlarmark. Ein bunt geschmückter Altar, ein leckeres Mittagsbuffet, eine Sammlung für die örtliche Flüchtlingshilfe und vor allem der Gottesdienst, den Bischof Peter Johanning gehalten hat, waren die Kernpunkte des diesjährigen Erntedankfestes in Hochlarmark.
Die Vorbereitungen für diesen Tag liefen schon seit Wochen. Der Gemeindechor hatte freudige Lob- und Danklieder eingeübt – teilweise der Gemeinde noch nicht so bekannt, da sie erst seit wenigen Jahren im der neuen Chorbuch enthalten sind.
Ein Aufruf, den Kleiderschrank aufzuräumen und gut erhaltene, warme Kleidungsstücke abzugeben war ebenso schon vor einiger Zeit erfolgt. Diese würden in den nächsten Tagen einer örtlichen Hilfsorganisation zur Verfügung gestellt.
Für das Mittagsbuffet wurden die üblichen Listen ausgehängt, damit eine abwechslungsreiche Auswahl an Speisen angeboten werden konnte.
Kinder dekorierten Altarstufen
Am Tag vorher wurde der Altar geschmückt. Eine der „Blumenfeen“ der Gemeinde hatte den Garten geplündert, in Dekokisten gestöbert und ein prächtiges herbstliches Kunstwerk auf den Altar gezaubert. Wie in Hochlarmark schon Tradition, gehörten die Altarstufen den Kindern. Hier durften sie sich „kreativ austoben“. So landeten schließlich nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch Blumen, Blätter, selbst gefaltete Papierserviettenblüten, Kastanien, Nüsse, ein Strohballen, sowie eine mit Blumen geschmückte Harke auf den Stufen.
Erntedank statt Erntestolz oder Erntegier
Zu Beginn des Gottesdienstes las der Bischof ein Textwort vor aus Hebräer 13, Verse 15, 16: „So lasst uns nun durch ihn Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott.“
Zu Beginn machte er deutlich, dass wir „Erntedank“ feiern würden, nicht „Erntestolz“ oder „Erntegier“. In der heutigen Zeit bestünde die Gefahr, dass man stolz wäre auf das, was man erreicht hat oder andere übertrumpfen möchte. Stattdessen sollten wir Gott danken für alles, was er uns geschenkt hätte. Das wären nicht nur die materiellen Dinge, sondern auch all das, was wir im Glauben erleben dürfen. Dann ging er auf die etwas befremdlich klingenden Formulierungen des Textwortes ein. Lobopfer – was ist das? Die Antwort stünde gleich dahinter „die Frucht der Lippen“. „Worüber reden wir? “, so brachte der Bischof das Ganze in eine heute verständliche Sprache. Reden wir darüber, dass der Herr uns mit allem versorgt und uns nicht verlässt, auch wenn es manchmal schwierig wird? Oder sind wir nur am klagen?
Im zweiten Teil des Textwortes wurden wir aufgefordert, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen. Damit wäre nicht nur das finanzielle Opfer gemeint. Man könnte einem anderen auch mal seine Zeit schenken, indem man zuhört und Interesse am Nächsten zeigt.
Keine Chance für farbloses Gemüse
Nach dem Gottesdienst durften sich die Kinder (wie auch schon traditionell) etwas von den Früchten der Altardekoration mitnehmen. Für manche war die Auswahl gar nicht so einfach. So wurde die „Beute“ von den meisten danach ausgesucht, was farblich gut aussah. Das eher farblose Gemüse wie Weißkohl oder Blumenkohl waren nicht so „der Renner“.
Grünkohl polarisiert
Die Erwachsenen machten sich derweil auf den Weg in das Untergeschoss zum Buffet. Hier roch es in diesem Jahr vor allem nach Grünkohl mit Mettwurst. Da dieser ja bekanntlich nicht jedermanns Sache ist, waren die alternativen „Highlights“ Hotdogs, die man sich selbst zusammenstellen konnte. Außerdem gab es Suppe, gebratene Würstchen, Flammkuchen, Rühreier, Salate, Kuchen und Nachtisch. Da einige warme Speisen zur Auswahl standen, wurden mehrere Partypfannen und Kochplatten in Betrieb genommen. Dies hatte jedoch die Folge, dass die Stromversorgung zeitweise Probleme machte, da zu viele Geräte angeschlossen waren. Aber irgendwie wurde schließlich doch alles heiß.
Bei strahlendem Sonnenschein und warmen Herbstwetter konnte man sogar noch draußen sitzen. So blieb man noch einige Zeit in freudiger Gemeinschaft zusammen bis irgendwann das große Aufräumen begann.
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