Oer-Erkenschwick. Es stellte wohl ein ziemliches Novum in der Gemeindegeschichte dar, welches Seltenheitswert besitzen dürfte: Apostel Stefan Pöschel, gefühlt nach dem erst letzten Donnerstag gehaltenen Abendgottesdienst noch auf der Heimfahrt befindlich, kehrte am Mittwoch, 20. November 2019, erneut in Oer-Erkenschwick ein. Der Besuch war zwar vorgesehen - allerdings in Begleitung von Bezirksapostel Rainer Storck, der an sich den Gottesdienst in der Gemeinde halten wollte, dann aber krankheitsbedingt kurzfristig absagen musste. Wer um sein Einspringen gebeten wurde, erklärte sich dann nahezu von selbst.
Der vergessene Feiertag
Zu einem fast vergessenen Feiertag finde der Mittwochsgottesdienst heute statt, so Apostel Pöschel zum Einstieg in die Predigt, der ein klassischer Bibelvers mit Bezügen zur Buße aus dem Markusevangelium diente:
"und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!" (Markus 1,15)
So mancher mag dabei zusammengezuckt sein, denn in der Tat: Seit der lange Jahre als gesetzlicher Feiertag viel deutlicher im Bewusstsein der christlichen Welt verankerte und aus dem evangelischen Spektrum herrührende Buß- und Bettag seit 1995 nicht mehr arbeitsfrei ist (der Freitstaat Sachsen stellt hier die einzige Ausnahme in der Bundesrepublik Deutschland dar) - obgleich Feiertag geblieben - , hat er seine im Gedächtnis anhaftende Wirkkraft spürbar verloren. Hinzukommen mag, dass der landläufige Begriff der Buße, da ungemütlich anmutend, selten in der Lebenswirklichkeit willkommen ist. Niemandem ist es daher zu verdenken, im normalen Arbeitsleben den Bezug etwas aus den Augen zu verlieren. Um so besser, dass dem Buß- und Bettag, regelmäßig auf einen Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr fallend, im entsprechenden Wochengottesdienst in der Neuapostolischen Kirche Jahr für Jahr beharrlich Schwerpunktgedanken gewidmet sind.
Wendezeit
Buße, so Apostel Pöschel, sei dabei keineswegs negativ konnotiert: Bedeute der Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch eine von einer Autorität, etwa dem Staat als Ordnungsmacht, auferlegte Ahndung für ein Fehlverhalten, komme die Buße eines Christen nicht als auferlegte, strafende Last daher, sondern stelle eine bewusste Gesinnungs- und Verhaltensänderung dar: Abwenden (von dem, was in die falsche Richtung führt), Umwenden (durch Orientierung dorthin, wo Gott zu finden ist), Hinwenden (durch bleibenden Blickkontakt zu Gott).
Apostel Pöschel sowie die ebenfalls um Predigtbeiträge gebetenen Gäste aus dem Bezirk Minden (Bezirksevangelist Thomas Wiktor und Bischof Michael Eberle, dort derzeit auch Bezirksvorsteher) rundeten den Gottesdienst dabei mit etlichen praxisbezogenen und lebensnahen Beispielen, insbesondere auch im Lichte des nahenden Reiches Gottes (vgl. Bibelvers oben) ab, bevor dieser nach der Feier des Heiligen Abendmahls mit Gebet und Segen endete.
Vorfreude auf das 1. Quartal 2020
Natürlich darf abschließend noch gern erwähnt werden, dass der ausgefallene Besuch von Bezirksapostel Rainer Storck alsbald nachgeholt werden soll. Apostel Pöschel konnte hier bereits mitteilen, dass zwei Termine in Februar oder auch März 2020 derzeit im Gespräch seien und alsbald eine Festlegung erfolgen werde.
Die Gemeinde darf sich daher darauf freuen, in nicht all zu ferner Zeit nochmals seltenen Besuch erwarten zu dürfen.
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