Am Mittwoch, 28. September 2022, wurde Priester Fähnle aus seiner Gemeinde Recklinghausen verabschiedet.
Es war der vorerst letzte Gottesdienst, den Vorsteher und Priester Frank Fähnle in „seiner“ Gemeinde, der er seit 2005 angehört und über viele Jahre in verschiedenen Amtsstufen und Beauftragungen gedient hat, erlebte. Bezirksevangelist Wagner übermittelte Priester Fähnle den Dank des Bezirksapostels, der Apostel und Bezirksämter für seine langjährige Mitarbeit im aktiven Dienst und entband ihn von der Verpflichtung im Vorsteherauftrag.
Hirte Röstel, mit dem Priester Fähnle über viele Jahre die Gemeinde geleitet hat, ließ es sich anschließend nicht nehmen, einige Worte an den scheidenden Priester zu richten:
Ihm sei im Hinblick auf diesen Moment eine Liedstrophe nicht aus dem Sinn gegangen, die er frei zitierte:
Hast du für Gott und die Wahrheit gestrebet,
wacker gekämpft wider Sünde und Wahn,
wirst du vergessen - doch bleibet und lebet, reifet zur Frucht, was du liebend getan.
(Gesangbuch, Lied 437, Vers 2).
So bleibe erhalten, was er gewirkt habe und es werde auch weiter Früchte tragen.
Stellvertretend für den langjährigen, begeisterten Einsatz des Priesters, so der Hirte weiter, wolle er die Gemeinde heute einmal daran erinnern, dass es der fachlichen Kompetenz und des Einsatzes von Priester Fähnle zu verdanken war, dass in Recklinghausen-Süd schon vor vielen Jahren mit Genehmigung des damaligen Apostels Hoyer eine Übertragung des Gottesdienstes für die kranken Gemeindemitglieder via Telefon möglich wurde.
Natürlich gab es auch noch ein zünftiges Geschenk aus dem Kreis der Brüder: Auf einem Tablett war ein echter Brocken Kohle mit diversen Recklinghäuser Spezialitäten arrangiert.
Schmunzelnd wies der Hirte noch auf ein Detail hin: Er wisse, dass Priester Fähnle die schwäbische Mundart beherrsche (von dort stammt er gebürtig her), auch die englische Sprache ginge ihm leicht über die Lippen, nun, da er seinen Wohnsitz in die Schweiz verlege, müsse er ja auch noch „schwyzerdütsch“ lernen. Damit er bei Bedarf immer einmal nachschlagen könne, wie verschiedene Ausdrücke in „ruhrpottdeutsch“ klingen, überreichte er ihm noch als weiteres Andenken ein kleines Lilliput-Wörterbuch mit ruhrgebietstypischen Redewendungen.
Danach gab es für Priester Fähnle noch viele Umarmungen und gute Wünsche von den Brüdern und Geschwistern der Gemeinde.
Mit dem Gefühl, dass eine Ära zu Ende gegangen ist, schauen wir nun in die Zukunft mit dem Wissen: Die Gemeindeleitung wechselt, aber das Glaubensziel ändert sich nicht.
1. Oktober 2022
Text:
G. Röstel
Fotos:
F.S.
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