Alle Senioren Ü55 des Bezirkes Recklinghausen waren am Dienstag, den 16. Juni 2026 nach Herten eingeladen, um einen Gottesdienst mit unserem Bezirksapostel Pöschel zu erleben. Die Kirche war fast bis auf den letzten Platz besetzt. Umrahmt wurde der Gottesdienst durch den ansprechenden Gesang des Bezirksseniorenchores.
Grundlage des Gottesdienstes war ein Bibelwort aus dem 1. Brief des Apostels Paulus an die Korinther, Kapitel 15, Vers 58:
Darum, meine lieben Brüder und Schwestern, seid fest und unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, denn ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.
Eingangs ging der Bezirksapostel auf das Lied des Chores ein: „Ich würde dem Lied die Überschrift geben „Gebet um den Segen Gottes““. In der Regel bereiten wir uns auf den Gottesdienst vor, vielleicht schon Tage vorher. Mit einer gewissen Erwartungshaltung betreten wir dann das Haus Gottes. Es gibt sicherlich unterschiedliche Gründe, den Gottesdienst zu besuchen: Ich freue mich auf den Kontakt mit meinen Glaubensgeschwistern, ich sehe meine Kinder oder Enkelkinder im Gottesdienst, ich möchte Gottes Wort und damit Wegweisung bekommen. Aber das Drängenste ist: Ich möchte gesegnet werden.
In dem Korintherbrief, aus dem unser Bibelwort stammt, schafft es Paulus, den Leser in einer fesselnden Weise anzusprechen und mitzunehmen, den Blick auf die Wiederkunft Christi zu richten. Seid fest und unerschütterlich heißt, auf festem Fundament zu stehen. Das Fundament ist unser Glaube, das heißt, die feste Überzeugung: Gott liebt mich, auch in unsicheren Zeiten. Bei all dem, was Unsicherheit bedeutet, ist Gott unsere Zuflucht. Der Bezirksapostel richtete den Appell an die Gemeinde: „Gebt das bitte weiter!“ Manches könnte uns erschüttern, aber wir haben einen festen Halt bei Gott.
Wir können uns erinnern, dass wir als Kinder auf dem Karussell, das sich schnell drehte, einen festen Halt brauchten, um nicht durch die Fliehkraft weggeschleudert zu werden. Dieser Halt war in der Nähe des Zentrums gegeben, weil dort die Fliehkraft am geringsten war. „Seid fest und unerschütterlich“ so das Bibelwort, und bleibt im Zentrum.
„… und nehmt immer zu...“ Als Senioren sollen wir noch zunehmen, wo wir doch mit unserem Gott so viel erlebt haben und im Glauben gefestigt sind? Vielleicht können wir noch ein Gebet mehr sprechen, für die Kinder, die Enkelkinder. Vielleicht haben wir noch mehr die Möglichkeit, dem Nächsten einen liebenden Blick zu schenken?
Junge Menschen sind oft verunsichert, weil „Wahrheiten“ verbreitet werden – heute so, morgen anders. Manche Fragen eröffnen sich. Auch als Senioren haben wir vielleicht einen Fragenkatalog, den wir Gott zur Beantwortung vorlegen möchten. Aber wir wissen, dass einmal der Zustand eintritt, der von Jesus geschildert wurde: „An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen.“ (Johannes 16,23). Dieses Bild steht für die tröstende Aussicht, dass sich alle großen Lebensfragen klären.
In seinem Predigtbeitrag sagte Apostel Denker: „Wir erleben eine Stunde die so wertvoll ist, so viel Inhalt hat. Wir schauen nach hinten, dankbar zurück, erleben die Gegenwart und schauen nach vorne, auf unser Glaubensziel. Wir sind so nah dran – das ist göttliche Wahrheit. Wir wollen nicht auf der Zielgeraden sagen: „Wir sind Senioren, wir haben in der Vergangenheit so viel gearbeitet. Sollten wir jetzt nicht unsere Hände in den Schoß legen?“ Ihr werdet gebraucht. Ihr habt so viel Erfahrung, gebt davon ab. Ihr habt stets die Zusage Jesu erfahren: Ich bin bei euch alle Tage … Gebt von dieser Erfahrung ab!
Priesterin Ines Witt-Rachuba unterstrich in ihrem Predigtbeitrag, wie wichtig es ist, im Glauben in der Hoffnung und in der Liebe fest zu bleiben. Vielleicht sind wir traurig darüber, mit unseren Kindern, Enkelkindern oder Glaubensgeschwistern im Gottesdienst nicht mehr den Kontakt haben zu können. Was wir tun können, ist nicht vergeblich, auch wenn es manchmal so aussieht. Nicht aufgeben, sondern fest bleiben im Glauben und in der Liebe und Zuwendung. Als Kinder haben wir manchmal etwas ausgesät und jeden Tag nachgeschaut, ob schon etwas sprießt. Wir haben Geduld gelernt und mussten uns auf das Gießen beschränken. Aber plötzlich keimte etwas. Habt Geduld in der Fürbitte
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