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Was halten wir fest? – Apostelgottesdienst in Haltern am See

 

Haltern am See, 23. August 2026. Zu einem besonderen Gottesdienst kam Apostel Carsten Denker am Sonntag in die Gemeinde Haltern am See. Im Mittelpunkt stand ein Bibelwort aus den Zehn Geboten: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren“ (5. Mose 5,16) Schon zu Beginn nahm der Apostel die Gemeinde mit in einen Gedanken, der weit über diesen Sonntag hinausführte: Was halten wir eigentlich fest?

In der Kirche werden Fotos gemacht, Berichte geschrieben und anschließend auf der Internetseite veröffentlicht. Auch der Apostel hatte sich im Vorfeld dort umgesehen und verschiedene Berichte gelesen. Menschen können dadurch erfahren, was in einer Gemeinde geschieht. Vieles wird festgehalten – aber was bleibt darüber hinaus in uns?

Ein Gottesdienst kann schnell vorübergehen: Wir haben ihn erlebt, vielleicht noch kurz darüber gesprochen – und dann kommt schon der Alltag. Andere besondere Gottesdienste und Begegnungen bleiben dagegen über Jahre lebendig. So stand die Frage im Raum: Was nehme ich aus einem Gottesdienst mit? Was bleibt in meinem Herzen und begleitet mich weiter?

Aus welcher Perspektive schaue ich?

Beim Blick auf das Bibelwort stellte Apostel Denker zunächst eine ganz persönliche Frage: Aus welcher Sicht lese ich dieses Gebot – als Vater oder als Kind?

Mit einem Augenzwinkern stellte er fest, dass es aus Sicht eines Vaters zunächst recht einfach klingen könne: „So, Kinder, jetzt ehrt mich mal!“ Aus der Perspektive eines Kindes könne das Ganze schon schwieriger werden.

Doch das Gebot richtet den Blick nicht nur auf die Kinder. Auch Eltern tragen Verantwortung. Sie können ihren Kindern helfen, sie zu achten und wertzuschätzen. Liebe, Respekt und Wertschätzung sind keine Einbahnstraße. Kinder sind ein Geschenk Gottes und brauchen Erwachsene, die ihnen mit Liebe begegnen, sie begleiten und ihnen Orientierung geben.

Vom Wert zum Wertschätzen

Bischof Thomas Klimek griff den Gedanken des Ehrens auf und lenkte zunächst den Blick auf Gott. Gott allein gebührt alle Ehre. Bei ihm müssen wir nicht darüber nachdenken, ob er diese Ehre „verdient“ hat – sein Handeln ist vollkommen.

Bei Menschen ist das schwieriger. Bischof Klimek betrachtete dazu das Wort „Wertschätzung“ genauer. Ein „Wert“ scheint zunächst etwas Messbares zu sein. Doch Menschen bewerten Dinge ganz unterschiedlich. Damit kommt das „Schätzen“ ins Spiel.

Wertschätzung bedeutet deshalb mehr, als nur einen bestimmten Wert festzustellen. Sie bedeutet, den anderen bewusst wahrzunehmen, seine Bedeutung zu erkennen und ihm mit Achtung zu begegnen – auch dort, wo wir seine Schwächen und Fehler kennen.

Auch Bezirksvorstehervertreter Priester Sören Linke nahm diesen Gedanken auf und lenkte den Blick auf die Verantwortung füreinander. Gerade innerhalb der Familie gehören Liebe, Respekt und auch Vergebung zusammen. Wo Menschen miteinander leben, bleiben Fehler und Verletzungen nicht aus. Umso wichtiger ist es, immer wieder aufeinander zuzugehen und Versöhnung zu suchen.

Ein besonderer Segen für fünf Gotteskinder

Ein besonderer Höhepunkt des Gottesdienstes war die Heilige Versiegelung. Vier Kinder und ein älterer Glaubensbruder empfingen durch Apostel Denker die Gabe des Heiligen Geistes.

So bekam der Gedanke des Gottesdienstes noch einmal eine besondere Tiefe: Menschen unterschiedlichen Alters stehen gemeinsam vor Gott. Sie sind von ihm geliebt, von ihm angenommen und in seine Gemeinschaft gerufen.

Am Ende blieb damit nicht nur die Erinnerung an einen besonderen Gottesdienst, an Bilder oder einen Bericht. Es blieb eine Frage, die jeder für sich mit in den Alltag nehmen konnte:

Was halte ich von diesem Gottesdienst fest – und was davon wird in meinem Leben sichtbar?

28. August 2026
Text: Markus Mettenmeyer
Fotos: S. Heimrath

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