Mit zwei Gottesdiensten, über 500 Teilnehmenden, viel Musik, Kinderkunst und einem wetterbedingt ziemlich spontanen Familienpicknick ist am Sonntag die ökumenische Glaubenswoche in Haltern am See gestartet. Das Motto „Gegen den Strom“ wurde dabei nicht nur gepredigt – an vielen Stellen konnte man es ganz praktisch erleben.
Klein sein und trotzdem Großes bewegen
Rund 400 Kinder, Familien und weitere Besucherinnen und Besucher kamen um 15 Uhr zum Familiengottesdienst in die St.-Sixtus-Kirche. Pfarrer Michael Ostholthoff (katholisch), Diakonin Karolin Wengerek (evangelisch) und Diakonin Ann-Kristin Mettenmeyer (Neuapostolische Kirche) gestalteten den Gottesdienst gemeinsam.
Muss man eigentlich groß, stark oder besonders laut sein, um etwas zu bewegen? Die Geschichte von David gab darauf eine ziemlich klare Antwort. Während alle zunächst auf die großen und starken Brüder schauten, fiel Gottes Wahl ausgerechnet auf den Jüngsten. Denn Gott sieht anders: Er schaut ins Herz. Mit Bewegung, kleinen Aktionen und viel Beteiligung wurde die Geschichte für die Kinder lebendig.
Für ordentlich Musik sorgten die Kinder aus dem diesjährigen Musicalprojekt der Evangelischen Kirchengemeinde, das von der Neuapostolischen Kirche unterstützt wird, gemeinsam mit dem Kinderchor der Kantorei St. Sixtus.
Auch die Ausstellung „Kleine Künstler – große Ideen“ bekam ihren Platz im Gottesdienst. In einem kurzen Interview mit Kindern wurde neugierig auf ihre Kunstwerke und Ideen gemacht. Wer mehr davon sehen möchte, hat dazu noch Gelegenheit: Die Ausstellung ist bis zum 25. Oktober in St. Sixtus zu sehen.
Und dann kam ein ganz besonderer Moment: Zum Abschluss zogen die Kinder mit „Immer und überall“ singend aus der Kirche. Von der Gitarre begleitet ging es weiter Richtung Festzelt. Dort angekommen, führte der Weg direkt auf die Bühne – und es wurde einfach weitergesungen, während nach und nach die übrigen Gottesdienstbesucherinnen und -besucher ins Zelt kamen. Der Gottesdienst endete damit nicht einfach an der Kirchentür, sondern nahm die Gemeinschaft singend mit auf den Weg.
In der Erlöserkirche ging es wirklich gegen den Strom
Zeitgleich feierten rund 100 Jugendliche ihren Gottesdienst in der Erlöserkirche. Gestaltet wurde er von Diakonin Lena Schäfer (evangelisch), Pastoralreferent Georg Kleemann (katholisch), Priester Markus Mettenmeyer (Neuapostolische Kirche) sowie den Jugendlichen Miriam und Helena.
Hier wurde das Motto schon beim Einzug ganz handfest: Die Jugendlichen liefen einander entgegen, mussten ausweichen und ihren eigenen Weg durch den „Gegenverkehr“ finden. Ein starkes Bild für die Frage: Laufe ich einfach mit der Masse – oder traue ich mich, meinen eigenen Weg zu gehen und für das einzustehen, was mir wichtig ist?
Die Life-Band sorgte für viel Musik, Energie und richtig gute Stimmung. Und eine kleine Erinnerung für den Alltag gab es gleich mit dazu: Alle Jugendlichen bekamen ein WWJD-Armband. „What would Jesus do?“ – „Was würde Jesus tun?“ Vier Buchstaben und eine Frage, die gerade dann helfen kann, wenn man entscheiden muss, ob man mit dem Strom schwimmt oder einen anderen Weg einschlägt.
Nach dem Gottesdienst machten sich die Jugendlichen gemeinsam von der Erlöserkirche auf den Weg – und erwischten dafür tatsächlich eine der wenigen Regenpausen des Nachmittags.
Aus der längsten Tafel wurde ein volles Festzelt
Eigentlich sollten nun alle bei der „längsten Tafel Halterns“ unter freiem Himmel zusammenkommen. Doch der Dauerregen hatte andere Pläne. Also hieß es kurzerhand: umdenken und zusammenrücken!
Das gemeinsame Familienpicknick wurde ins Festzelt verlegt. Rund 400 Menschen kamen dort noch einmal zusammen, saßen an langen Tischen, packten Mitgebrachtes aus, teilten miteinander, aßen, erzählten und lachten. Aus den zwei Gottesdiensten waren endgültig eine große Gemeinschaft geworden.
Und irgendwie passte selbst die spontane Planänderung ziemlich gut zum Motto: „Gegen den Strom“ bedeutet eben nicht, dass immer alles nach Plan laufen muss. Manchmal bedeutet es auch, gemeinsam einen anderen Weg zu finden und einfach weiterzumachen.
So begann die Glaubenswoche mit zwei ganz unterschiedlichen Gottesdiensten und einem gemeinsamen Ziel: Kinder und Jugendliche, verschiedene Generationen und Konfessionen zusammenzubringen, miteinander Glauben zu feiern und Gemeinschaft zu erleben.
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