Westerholt. Am 24. Februar erlebte die Gemeinde Herten-Westerholt im Sonntagsgottesdienst unter Anderem das Fest der Heiligen Wassertaufe von Lotte Marie Karlisch.
Priester Philipp Kujath hielt den Festgottesdienst, dem ein Bibelwort aus der Apostelgeschichte zugrunde lag. Dort ist im 12. Kapitel, Vers 7 zu lesen: „Und siehe, der Engel des Herrn kam herein und Licht leuchtete auf in dem Raum; und er stieß Petrus in die Seite und weckte ihn und sprach: Steh schnell auf! Und die Ketten fielen von seinen Händen."
Die umfassende Versorgung Gottes
Einleitend zur Predigt trug der Gemeindechor eine Vertonung aus Psalm 23, „Der Herr ist mein Hirt“ vor. Priester Kujath griff zunächst das Bild des Psalms auf: Der gute Hirte sorge für eine grüne Aue und frisches Wasser - eine Rundumversorgung, bei der auf den ersten Blick kein Mangel herrsche. Demgegenüber möge es derzeit dem Einen oder Anderen vielleicht so gehen, dass statt einer „grünen Aue“ vielmehr eine „vertrocknete Wiese“ vorzufinden sei. Die Aussage des Psalms beziehe sich nun auf Hilfe, die Gott schenkt, um Besserung zu bewirken: Dann stelle Gott durch seine vielfältigen Möglichkeiten eine gute Versorgung sicher, damit wieder frisches Gras wachsen könne.
Ähnlich, so Priester Kujath, habe es Apostel Petrus, wie im Bibelwort vorgelesen, erlebt. Gefangen genommen von König Herodes, der bereits Apostel Jakobus hingerichtet und damit Beliebtheit beim Volk gewonnen hatte und nun auch Petrus den Prozess machen wollte, saß dieser gut bewacht und hilflos im Gefängnis. Die Gemeinde in Jerusalem ließ dieses Schicksal jedoch nicht kalt, vielmehr beteten sie ohne Unterlass für Petrus, sodass in der Nacht vor dem Prozess ein Engel zu ihm kam, der ihm half, zu entkommen.
Impulse aus der göttlichen Versorgung
Priester Kujath übertrug die Bilder dieser Geschichte anschließend in die heutige Zeit:
- Ein Licht leuchtete auf
Ein Lichtschein ins Dunkle mache manche Dinge überhaupt erst sichtbar. So bewirke das Licht des Evangeliums, dass manche Dinge im Alltag komplett anders erscheinen und Blickwinkel sich verändern: Aus einem Feind werde beispielsweise ein trotz seiner Sünden von Gott ebenso geliebtes Kind.
- Steh schnell auf!
Wie Petrus müssten auch wir heute „Anstöße“ wahrnehmen und daraufhin selbst aktiv werden. Gott zeige uns Wege auf, gehen müssten wir jedoch selbst. Unseren Glauben an Jesus zu bekennen, dem Bösen immer wieder zu entsagen, die Sakramente und die Verkündigung des Evangeliums anzunehmen seien Dinge, die von uns ausgehen müssten.
- Ketten fielen von den Händen
Mit Gottes Hilfe können wir erleben, wie wir von manchen Gedanken und Einstellungen befreit werden, die uns anketten und von Gott fern halten. Wenn wir es wie Petrus nicht alleine schaffen könnten, sorge Gott auch hier mit seiner grenzenlosen Macht für Hilfestellungen.
- Gebetskraft der Gemeinde in Jerusalem
Mit Blick auf den Entschlafenengottesdienst am kommenden Sonntag sei das Gebetsverhalten der Gemeinde beispielhaft. Man sorge füreinander, jeder gehöre dazu, keiner werde außen vor gelassen. So zeige sich der Wert einer Gemeinde, wenn sie ihr Zusammengehörigkeitsgefühl im Gebet vor Gott beweise.
Priester Kai-Uwe Komor ging in seiner Predigtzugabe auf die weiteren Ereignisse im biblischen Bericht ein: Sowohl Petrus als auch Rhode (die Frau, die ihn zuerst nach der Freilassung sah) konnten die erlebten Geschehnisse nicht fassen. So gehe es uns manchmal auch: Das Erleben, wenn Gott in unser Leben eingreift, sei nicht zu beschreiben. Priester Komor wünschte besonders der kleinen Lotte und ihrer Familie, dass das heute in der Wassertaufe erlebbar werden möge.
Priester Kujath fasste abschließend, wie Sonntags derzeit in Westerholt üblich, die Predigt in englischer Sprache zusammen.
Heilige Wassertaufe - alles wird anders, aber mit Gottes Hilfe!
Nach der Vorbereitung auf die Sündenvergebung, Freisprache und Opfergebet folgte nun das erste Sakrament des Gottesdienstes, die Heilige Wassertaufe.
Unter dem einleitenden Gesang des Gemeindechores „Lasst die Kindlein zu mir kommen“ trafen sich die Eltern Jennifer und Christian mit der großen Schwester Edda und natürlich dem Täufling Lotte mit Priester Kujath vor dem Altar.
In der Ansprache verdeutlichte Priester Kujath, dass sich für Lotte nun alles ändern würde – man könne es nur nicht sehen, sondern müsse es glauben. Die Führung aus der Gottferne in die Gottnähe sei essenziell und die Grundlage für das ewige Leben bei Gott. Durch die Taufe werde Lotte in den Leib Christi eingefügt. Neben der Taufe sei dafür zukünftig aber der Glaube an Jesus Christus notwendig. Die Eltern hätten nun die Aufgabe, diesen Glauben zu entwickeln – keine leichte Aufgabe heutzutage, aber man sei auch nicht alleine: Als besondere Stärkung gab Priester Kujath der Familie ein Wort aus Psalm 139, Vers 5 mit auf den Weg: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“. Gottes Hände seien mit bloßem Auge nicht immer zu sehen, erst recht nicht, wenn der Alltag wirklich fordernd sei und an die Substanz gehe. Aber Gott schaffe auch hier zahllose Möglichkeiten zur Hilfe durch Menschen aus der Familie, dem Freundeskreis, der Gemeinde und darüber hinaus.
Anschließend empfing Lotte das Sakrament der Heiligen Wassertaufe und dazu den Segen des dreieinigen Gottes, um anschließend als neue Christin in der Gemeinde willkommen geheißen werden zu können.
Zum Ausklang der Handlung trug Lottes Cousine Lily ein Lied mit dem Titel „Gott hat dich uns anvertraut“ zur Musik von Leonard Cohens „Hallelujah“ vor.
Es folgte das zweite Sakrament, die Feier des Heiligen Abendmahls.
Priester Kujath beendete anschließend den Gottesdienst mit einem Dankgebet und dem Schlusssegen.
Nach dem Gottesdienst nahm die glückliche Familie Karlisch zahlreiche Glückwünsche der versammelten Gemeinde entgegen.
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