Recklinghausen-Nord. Im Rahmen eines berührenden Gottesdienstes in der neuapostolischen Kirche auf dem Börster Weg im Norden von Recklinghausen erhielten Christel und Lothar Robak am 31. August 2025 durch Bezirksapostel Stefan Pöschel den Segen zum sechzigjährigen Hochzeitsjubiläum, gemeinhin bekannt als "Diamantene Hochzeit".
Denkwürdiger Tag
Stefan Pöschel, verantwortlich für alle neuapostolischen Christen in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und vielen betreuten Gebieten in Europa und weltweit in mehr als 40 Ländern, wurde zu dem Gottesdienst, der via IPTV in die Gemeinden des Kirchenbezirks Recklinghausen übertragen wurde, von Apostel Carsten Denker und den Bischöfen Michael Eberle und Thomas Wiktor begleitet. Daneben waren die Bezirksvorsteher aus Recklinghausen sowie fast alle Vorsteher des Bezirks anwesend - zu den vielen Familienangehörigen, Gästen, Freunden und Glaubensgeschwistern der langjährigen Heimatgemeinde von Christel und Lothar Robak.
Der Grund für den "großen Bahnhof" und das volle Haus: Natürlich das immer noch nicht alltägliche Ehejubiläum. Und natürlich auch der Umstand, dass Lothar Robak von August 1995 bis Oktober 2007 als Bezirksältester dem Bezirk Recklinghausen vorstand und zuvor schon weitere 12 Jahre als Stellvertreter seines Amtsvorgängers tätig war.
Lydia die Purpurhändlerin
Vor dem Segen stand jedoch zunächst das Wort Gottes, die Predigt.
Bezirksapostel Pöschel zog hierzu einen recht langen roten Faden aus der Tasche: Eine in der Apostelgeschichte des Lukas geschilderte Begegnung von Paulus mit der Purpurhändlerin Lydia.
Und eine gottesfürchtige Frau mit Namen Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; ihr tat der HERR das Herz auf, sodass sie aufmerksam auf das hörte, was Paulus sagte. Als aber sie und ihr Haus getauft wurden, bat sie uns: "Wenn ihr überzeugt seid, dass ich an den HERRN gläubig geworden bin, dann kommt in mein Haus und bleibt da."
Und sie nötige uns.
(Apostelgeschichte 16, 14-15)
Da Berichte im Internet nicht den Zweck haben, Gottesdienstinhalte zu rekonstruieren oder davon zeugen sollen, dass der Verfasser aufgepasst hat, nur einige Extrakte:
- Lydia war wohl, soweit sich das rekonstruieren lässt, aufgrund der biblischen Überlieferungen erste getaufte Christin auf kontinentaleuropäischem Boden.
- Nicht nur sie, sondern auch "ihr Haus" ließen sich taufen. Wer meint, nur die Kernfamilie gehöre dazu, springt zu kurz. Und wer meint, dann sei es eben die Großfamilie, springt auch noch zu kurz. Im alten Orient bzw. biblischen Kontext mit durchweg patriarchalischer Gesellschaft war "ein Haus" zugleich ein kleiner Wirtschaftsbetrieb: Mit Hauspersonal, Hirten, Tagelöhnern, Sklaven. Damit ist die gesamte Lebens- und Wirtschaftseinheit gemeint, die unter der Verantwortung des "Hausvaters" stand - manchmal Dutzende Menschen. Dass Lydia in diesem Kontext als Frau unterwegs war, macht sie zu einer überragenden Persönlichkeit!
- Der HERR tat Lydia das Herz auf. Man kann schnell darüber hinweglesen, aber wer innehält, der konnotiert: Glaube ist ein Geschenk Gottes.
- Der Glaube lebt durch Werke! (Jakobus 2, 17)
Bischof Eberle rundete den Gottesdienst mit ergänzenden Worten ab, bevor Apostel Carsten Denker zur Feier des Heiligen Abendmahls überleitete - ein Sakrament der Kirche, das der Gemeinde und in einer gesonderten liturgischen Handlung auch den Entschlafenen dargereicht wurde.
Deutsche Messe
Auch wenn Bezirksapostel Pöschel es ausdrücklich erwähnte, wird dem aufmerksamen Zuhörer nicht entgangen sein, dass der Gottesdienst musikalisch konsequent durchgestaltet wurde: Sämtliche Chorvorträge entstammten der sog. "Deutschen Messe" von Franz Schubert. Für Interessierte ist daher am Ende der Bildergalerie, dem der Text des Eingangsliedes nachgeschaltet ist, die Reihenfolge der Chorvorträge nochmals transparent gemacht. Unterstützt wurde der Chor bei von Stephan Arnold an der Orgel.
Segen.
Als Verfasser eines Berichts aus der Rückschauperspektive ist es immer schwer, hoch emotionale und sensible Momente wie den der Ansprache und die Spendung des Segens zu einem hohen Hochzeitsjubiläum auch nur halbwegs angemessen in Worte zu kleiden. Wertschätzung, Respekt und Dankbarkeit für das Lebenswerk von Christel und Lothar Robak waren Stefan Pöschel, der sich intensiv mit der Vita der Jubilare beschäftigt hatte, anzumerken. So schilderte er eindringlich und zugleich liebevoll plastisch, wie die Wege der beiden sich kreuzten - Christel, immer Recklinghäuserin seit über 90 Jahren, Lothar, geboren im ehemaligen Allenstein (Masuren, jetzt Olsztyn in Polen), vom Leben ins Ruhrgebiet gespült, "verknittert" seit Silvester 1960, standesamtlich geheiratet in Marl, kirchlich noch am gleichen Tage, dem 28. August 1965 in Essen-Borbeck, und dann das heimatliche Nest in Recklinghausen nie mehr verlassend, das dann durch Höhen und Tiefen des Lebens tragen musste und jetzt die Last des Alterns und Alters aushalten muss. Lichtblick dabei: Sohn Georg, der am Tag der Silberhochzeit der Julilare selbst den Bund fürs Leben schloss und mit seiner Gattin auf einen inzwischen erwachsenen Sohn stolz sein darf.
Und so fiel der Segen für Christel und Lothar Robak reichhaltig aus - wie ein warmer Landregen, der jeden vertrockneten Winkel erreicht, Wachstum und Gedeihen schenkt.
Als besonderen Gedanken gab Stefan Pöschel dem Jubiläumspaar noch einen Gedanken aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde zu Thessaloniki mit auf den Weg:
"Wir danken Gott allezeit für euch alle, während wir beständig an euch denken in unseren Gebeten, indem wir uns erinnern an euer Wirken im Glauben und an eure Arbeit in Liebe und an eure Standhaftigkeit in der Hoffnung auf unseren HERRN Jesus Christus vor Gott, unserem Vater."
(1. Thessalonicher 1, 2-3)
Epilog
In der Zeit, in der viele Bezirke in Nordrhein-Westfalen umstrukturiert wurden und dies auch die ehemaligen Bezirke Gelsenkirchen-Buer und Recklinghausen betraf, Gelsenkirchen-Buer Geschichte wurde und die Gemeinden auf die Bezirke Gelsenkirchen und Recklinghausen aufgeteilt wurden, war ich als Hertener bis zum Ruhestand von Lothar Robak am 6. Oktober 2007 aktiver Weggefährte und Schüler. Wo andere akzeptierten oder respektieren, hatte Lothar Robak verstanden.
Seine Verabschiedung in den Ruhestand hatte ich als Chronist begleitet. Seitdem kenne ich sein Lieblingslied...
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